Burg oder Schloss?

Shownotes

Burg oder Schloss – wo liegt eigentlich der Unterschied? In dieser Folge reisen wir nach Frankreich und besuchen zwei Orte, die unterschiedlicher kaum sein könnten: die mittelalterliche Baustelle von Guédelon und das prunkvolle Schloss Versailles. Wir erkunden, wie eine Burg gebaut wurde, wie Versailles Macht inszenierte – und warum meine spontane Antwort „Burg = Verteidigung, Schloss = Repräsentation“ gar nicht so falsch war. Und natürlich klären wir auch die wichtigste Frage: Wo würde Kiki lieber wohnen?

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00:00:06: Just another Geschichte Podcast von einer an der Realität gescheiterten Historikerin.

00:00:14: Awe Salü.

00:00:15: und guten Tag, hier ist Corinna und willkommen im Strudel der Geschichte!

00:00:20: Bevor wir heute loslegen möchte ich mich erst einmal ganz herzlich für eure vielen Rückmeldungen zur letzten Folge bedanken.

00:00:28: die Hiroshima-Folge war ja doch etwas anders als die bisherigen Folgen und vor allem war sie ziemlich schwer.

00:00:35: einige von euch haben mir geschrieben dass die Folge teilweise wirklich schwer zu ertragen war und einige haben wohl auch ein bisschen geweint.

00:00:44: Deswegen kann ich euch versprechen, die nächsten drei Folgen werden wieder etwas fröhlicher!

00:00:50: Und außerdem möchte ich mich noch ganz herzlich bei Barbara bedanken, die mir bei Kofi tatsächlich einen Saak ausgegeben hat.

00:00:57: Vielen vielen Dank für deine Unterstützung!

00:01:00: Mit der heutigen Folge beginnt gleichzeitig eine neue Reise.

00:01:04: wir verlassen Japan und reisen für die nächsten drei Folgen nach Frankreich.

00:01:11: Was uns dort alles erwartet, verrate ich euch allerdings noch nicht.

00:01:16: Ein paar Sachen könnt ihr euch vielleicht schon denken wenn ihr mitbekommen habt wo ich in meinem Urlaub überall unterwegs war.

00:01:24: aber ein bisschen Spannung muss schließlich bleiben!

00:01:28: Und bevor wir nach Frankrecht fahren möchte ich Euch erzählen wie ich überhaupt auf die Frage gekommen bin um dies heute geht.

00:01:36: Ich war vor Kurzem mit zwei sehr lieben Freunden wandern.

00:01:40: Die Wanderung hatte ich zum Geburtstag geschenkt bekommen und es war eine richtige Hobbit-Wanderung, also wirklich!

00:01:47: Wandern essen weiter wandern wiederessen.

00:01:50: Ich glaube Bilbo Beutlin wäre sehr zufrieden gewesen.

00:01:54: Und irgendwann kam wir auf unserer Wanderungen an einem ziemlich beeindruckenden Gebäude vorbei Eine Burg oder ein Schloss.

00:02:05: Und natürlich richteten sich die Blicke irgendwann auf mich, ich bin schließlich Historikerin.

00:02:10: Also kamen die Frage, Corinna was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Burg und einem Schloss?

00:02:17: Ich hatte keine Ahnung also nicht gar keine Ahnung.

00:02:23: in meinem Kopf fing es natürlich sofort an zu arbeiten und ich dachte Naja, eine Burg hat wahrscheinlich eher zur Verteidigung gedient.

00:02:31: Mauern, Türme, Angreifer draußenheiten und ein Schloss das ist eher zum Wohnen, zum Repräsentieren, zum zeigen.

00:02:39: schaut her ich habe Geld sehr viel Geld klingt erst mal logisch aber stimmt das überhaupt?

00:02:48: Und genau das möchte ich heute mit euch herausfinden!

00:02:53: habe ich auf meiner Frankreichreise zwei Orte besucht, die unterschiedlicher kommen sein könnten.

00:02:58: Auf der einen Seite steht eine mittelalterliche Burg – dicke Mauern, Wehrtürme, Stein, Holz, Handwerker und auf der anderen Seite Gold, Spiegel, Marmor, Gärten, Prunk und noch ein bisschen mehr Gold.

00:03:15: Gadeland und Versailles.

00:03:18: Zwei Bauwerke, zwei vollkommen unterschiedliche Welten Und an ihnen möchte ich heute mit euch herausfinden, was macht eine Burg eigentlich zur Burg und was macht ein Schloss zum Schloss.

00:03:31: Und ist der Unterschied wirklich so eindeutig wie wir denken?

00:03:36: Ganz am Ende gibt es übrigens noch ein kleines Extra!

00:03:39: Denn ich habe jemanden gefragt, der von Architekturgeschichte absolut keine Ahnung hat aber dafür ziemlich genaue Vorstellungen davon hat wie einer angemessen Residenz auszusehen hat.

00:03:50: Kiki Für alle die neu dabei sind, Kiki ist meine Katze.

00:03:53: Und ich habe Kiki gefragt ob sie lieber in Guerlain oder in Versailles wohnen würde.

00:03:59: Ihre Antwort gibt es am Ende!

00:04:01: Aber jetzt reisen wir erst einmal nach Frankreich.

00:04:04: Wir schreiben das Jahr... ...twölfhundertundzwanzig Naja.

00:04:09: eigentlich schreiben wir... ...neunzenhundertsiebenundneunzig.

00:04:13: Warum beides irgendwie stimmt?

00:04:15: Das finden wir jetzt heraus.

00:04:17: Also tauchen wir ein in den Strudel der Geschichte.

00:04:26: Zunächst einmal müssen wir uns natürlich fragen, was ist eigentlich eine Burg und was wäre besser geeignet um diese Frage zu beantworten als einfach einmal gemeinsam durch eine durchzulaufen?

00:04:38: Meine Freundin und ich haben während unserer Frankreich-Reise Gadeland besucht und Gadelang ist ein mittelalterliche Burg.

00:04:47: Naja fast!

00:04:49: Denn obwohl sie aussieht wie eine Burg aus dem dreizehn Jahrhundert, wurde sie nicht im Mittelalter gebaut.

00:04:54: Der Bau begann aber in den Jungen von die Jahre und war in der Nähe von uns.

00:04:57: Gadeland ist nämlich ein Experimental-archäologisches Projekt.

00:05:01: Und die Idee dahinter ist eigentlich genauso simpel wie genial!

00:05:05: Was passiert wenn wir heute versuchen eine mittelalterliche Burg zu bauen mit den Materialien, Werkzeugen und Techniken, die den Menschen damals zur Verfügung standen?

00:05:16: Und dafür braucht man eine Menge Menschen... In Guadelain arbeiten Maurer und Steinmetze, Zimmerleute Schmiede Töpfer Seiler und viele weitere Handwerker.

00:05:26: Also im Grunde all die Gewerke, die auch vor achthundert Jahren notwendig gewesen wären um aus einem Stück Land irgendwann eine Burg entstehen zu lassen.

00:05:35: Und sogar der Ort wurde entsprechend ausgewählt.

00:05:39: Guadelan liegt bei Trigny Im französischen Departement Ion Und dort gibt es zwei Dinge, die für unser mittelalterliches Bauprojekt ziemlich praktisch sind.

00:05:51: Stein und Holz.

00:05:53: Direkt auf dem Gelände befindet sich ein Steinenbruch.

00:05:57: Das Material für die Mauern muss also nicht erst über riesige Entfernungen herangeschaft werden und rundherum gibt es große Waldflächen.

00:06:06: Denn Holz braucht man für eine mittelalterliche Burg praktisch überall für Gerüste, Dachstühle, Türen, Werkzeuge, Transportvorrichtungen und natürlich auch als Brennmaterial.

00:06:18: Und seit nineteenhundert sieben und neunzig wächst diese Burg!

00:06:22: Als ich Gadeland zwanzig sechsundzwanzig besucht habe waren also bereits neunundzwantig Jahre vergangen.

00:06:29: Neunund zwanzige Jahre in denen man tatsächlich dabei zusehen konnte wie aus diesem Experiment Stück für Stück eine Burg entstand.

00:06:35: Natürlich dürfen wir uns das trotzdem nicht so vorstellen, als hätten wir hier einfach eine mittelalterliche Baustelle genommen und ins einundzwanzigste Jahrhundert teleportiert.

00:06:44: Die Menschen dort arbeiten unter modernen Arbeitsbedingungen.

00:06:47: es gibt Arbeitszeiten und Sicherheitsvorschriften Und natürlich gibt es auch modernes Wissen dass man nicht einfach aus den Köpfen der Menschen löschen kann.

00:06:56: Aber darum geht es auch gar nicht.

00:06:57: Es gilt darum Fragen zu stellen.

00:06:59: Wie bekommt man einen mehrere hundert Kilogramm schweren Stein dort oben auf die Mauer?

00:07:04: Wie baut man ein Gewölbe?

00:07:06: Wie errichtet man einen Dachstuhl?

00:07:08: Wie stellt man Mörtel her?

00:07:10: Wie gestaltet man Fenster?

00:07:13: Welche Werkzeuge funktionieren und welche?

00:07:16: vielleicht ganz anders, als wir es aufgrund historischer Abbildung bisher angenommen haben.

00:07:21: Und genau das finde ich an Experimentalarchäologie so faszinierend!

00:07:25: Man liest nicht nur eine mittelalterliche Quelle und schaut sich ein erhaltenes Gebäude an – man sagt okay dann versuchen wir's.

00:07:33: Und manchmal stellt man dabei fest, dass eine Theorie wunderbar funktioniert.

00:07:37: Und manchmal stellt man fest – keine Chance!

00:07:39: So können die das nicht gemacht haben.

00:07:42: Genau das ist beispielsweise bei den Fenstern passiert.

00:07:45: Fensterglas existierte Mittelalter durchaus, war aber treuer und keineswegs überall selbstverständlich.

00:07:51: Also wurde Ingrid Laum mit unterschiedlichen Materialien und Techniken experimentiert um herauszufinden welche Lösungen für ein Burg dieser Zeit plausibel gewesen sein könnten.

00:08:00: Aber ich greife schon wieder vor….

00:08:02: Denn genau solche Dinge möchte ich euch jetzt zeigen.

00:08:06: Ich habe Gödeland tatsächlich schon vor Jahren zum ersten Mal in einer Art der Dokumentationen gesehen und seitdem wollte ich unbedingt mal dorthin, denn ich war völlig hooked von dieser Idee.

00:08:19: Wir bauen einfach eine Burg nicht irgendeine Filmkulisse, keine moderne Burg die mittelalterlich aussehen soll Sondern wir versuchen tatsächlich herauszufinden, wie Menschen im Mittelalter eine Burg gebaut haben könnten.

00:08:32: Und dieses Jahr war ich endlich dort!

00:08:36: Also kommt mit... Wir laufen jetzt gemeinsam durch Gadelang und während wir diese Burg erkunden, versuchen wir gleichzeitig herauszufünden was macht eine Burg eigentlich zur Burg?

00:08:54: Wir kommen vom Parkplatz und müssen erst nochmal ein Stück laufen.

00:08:57: Naja, was heißt ein Stück?

00:08:58: Eigentlich war es gar nicht so weit aber wir haben ein bisschen gesucht Und irgendwann kommen wir über eine kleine Kuppe und da steht sie, g'denant einfach so vor uns.

00:09:10: Wenn man dann auf die Burg zuläuft geht man ziemlich direkt auf die große Holzbrücke zu, die zum Tor führt.

00:09:17: Schon da hatte ich die erste Frage – kann man diese Brücke eigentlich hochziehen?

00:09:23: Denn wenn wir an eine mittelalterliche Burg denken haben wir wahrscheinlich alle sofort dieses Bild im Kopf!

00:09:29: Wassergraben, Zugbrücke, Feinde kommen angeritten.

00:09:32: Zugbrücken hoch!

00:09:34: Bei Gideleaux sah es für mich allerdings nicht so aus als wäre die Brücke beweglich – das Tor selbst dagegen wirkt massiv und lässt sich entsprechend sichern.

00:09:44: Was mir beim Darüberlaufen außerdem aufgefallen ist….

00:09:47: Die Holzplanken der Brücke wirken teilweise fast nur aufgelegt.

00:09:51: Natürlich sind sie befestigt aber es fühlt sich trotzdem ein bisschen wackelig an wenn man darüber läuft Und dann geht man durch das Tor und dann steht man mitten im großen Burghof.

00:10:03: Das ist wirklich beeindruckend!

00:10:06: An den Ecken erheben sich runde Türme, dazwischen die gewaltigen Mauern.

00:10:12: Erst wenn man anfängt diese Burg zu erkunden versteht man eigentlich wie massiv diese Mauern tatsächlich sind Denn eine Burgmauer ist eben nicht einfach nur eine sehr dicke Wand.

00:10:23: Teilweise verlaufen Wehrgänge durch beziehungsweise entlang dieser Mauern.

00:10:27: An anderen Stellen sind ganze Räume und Gebäude in die Anlage integriert.

00:10:32: Gedelong hat einen annähernd viereckigen Rundriss mit verschiedenen Türmen, die unterschiedliche Funktionen erfüllen Und ich stand in diesem Hof, schaute mir diese Türme an und dachte tatsächlich erst einmal Boah!

00:10:46: Die konnten ja echt rund bauen Was natürlich eine etwas bescheuerte Erkenntnis ist.

00:10:50: Wenn wir daran denken, was Menschen schon in der Antike gebaut haben, griechische Tempel, römische Aqueducte, Kuppeln und riesige Monumentalbauten dann ist ein rundermittelalterlicher Turm natürlich keine technologische Sensation aber ich finde es trotzdem immer wieder faszinierend vor solchen Bauwerken zu stehen und sich klarzumachen.

00:11:11: das wurde ohne Bagger gebaut, ohne Kranwagen, ohne Betonmischer ohne Elektrowerkzeug.

00:11:17: Jeder einzelne Stein musste gebrochen, bearbeitet, transportiert und an seinen Platz gebracht werden – und genau deshalb ist Gideleon so spannend!

00:11:26: Denn hier kann man dabei zusehen wie das funktioniert haben könnte.

00:11:31: Wir sind dann als erstes in den Wohnform gegangen Und dort ist mir direkt etwas aufgefallen mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

00:11:38: Das Treppenhaus ist erstaunlich hell Eine Wendeltreppe führt nach oben und natürlich gibt es dort nicht unseren modernen großen Fensterflächen.

00:11:47: Aber die Wände sind hellgekalkt, dafür wurde Kalk verarbeitet und als heller Anstrich auf die Wende aufgetragen Und diese weißen Oberflächen reflektieren das wenige vorhandene Licht natürlich viel besser als dunkler Stein Denn Licht ist in einer mittelalterlichen Burg ein echtes Problem.

00:12:05: große Glasfenster wie wir sie heute kennen können wir hier vergessen.

00:12:10: Fensterglas existierte zwar, aber es war teuer und aufwendig herzustellen.

00:12:16: Und gleichzeitig bedeuten größere Fensteröffnungen noch ein ganz anderes Problem – Wärmeverlust!

00:12:23: Denn eine Öffnung in der Wand bringt zwar Licht hinein im Winter bringt sie eben auch Kälte hinein und lässt Wärmen entweichen.

00:12:31: und so muss man immer abwägen Licht oder Wärme.

00:12:34: In Gadeland wurde deshalb auch mit verschiedenen Materialien experimentiert, um herauszufinden welche Möglichkeiten Menschen im dreizehnten Jahrhundert gehabt haben könnten.

00:12:44: und genau das finde ich wieder so spannend an diesem Projekt.

00:12:47: man sagt nicht einfach So haben mittelalterliche Fenster ausgesehen.

00:12:51: Man probiert es aus funktioniert Leder?

00:12:54: funktionieren bestimmte Pflanzenfasern?

00:12:56: wie viel Licht kommt hindurch?

00:12:58: Wie gut hält das Material Wind- und Wetter ab?

00:13:02: Plötzlich wird aus einer scheinbar banalen Frage, wie warum sind die Fenster einer Burg so klein?

00:13:08: Eine ziemlich komplizierte Angelegenheit.

00:13:11: Im Wohnturm befindet sich unter anderem der Wohnbereich des Burkern und hier merkt man auch etwas das für unsere Ausgangsfrage ziemlich wichtig ist eine Burg ist nicht einfach nur eine Festung.

00:13:22: Hier wurde gewohnt.

00:13:24: Es gibt Wohnräume einen Keller gefließte Böden und natürlich auch eine Toilette Wobei Toilette vielleicht luxuriöser klingt, als es tatsächlich war.

00:13:34: Denn letztendlich sitzt man auf einem Abort, dessen Öffnung nach außen führt – Problem gelöst!

00:13:39: Die Bodenfliesen wiederum wurden ebenfalls vor Ort hergestellt, geformt, gebrannt und anschließend in der Burg verlegt.

00:13:47: Von dort konnten wir weiter in die Wohnbereiche gehen unter anderem in einen großen Raum, der für Gäste vorgesehen war.

00:13:54: Und dann kamen wir in den Kapellenturm und auf einmal veränderte sich die Atmosphäre.

00:13:59: Es ist heller, die Wände sind weiß gekalkt und mit farbigen Mustern bemalt.

00:14:05: In den Fenstern befindet sich Farbiksglas es gibt einen Altar unter ein kleines Becken in der Wand und als wir dort waren hatten sie sogar Schweiben in der Kapelle eingenistet und irgendwie passte das erstaunlich gut Denn hier merkt man plötzlich Wir befinden uns zwar immer noch in derselben Burg Aber dieser Raum erfüllt eine vollkommen andere Funktion und damit sind wir bei einem wichtigen Punkt.

00:14:29: Eine mittelalterliche Burg ist eben nicht einfach nur eine dicke Mauer hinter der man sich versteckt, wenn jemand angreift.

00:14:36: Natürlich ist sie eine Verteidigungsanlage aber sie ist gleichzeitig Wohnort Arbeitsplatz Verwaltungszentrum Wirtschaftsbetrieb religiöser Ort und Reparationsraum.

00:14:48: Und genau das wird später noch wichtig werden Denn einige dieser Funktionen werden wir in Versailles wiederfinden.

00:14:55: Andere dagegen überhaupt nicht!

00:14:57: Aus dem Kapellenturm geht es für uns weiter auf den Wehrgang.

00:15:01: und auch hier merkt man wieder, diese Burg ist eben nicht einfach nur ein großes Wohnhaus mit sehr dicken Wänden.

00:15:07: die Mauern sind dazu da verteidigt zu werden.

00:15:11: über den Wehrgang gelangt man weiter zum Taubenschlagturm.

00:15:14: Und auf dem Weg dorthin ist mir noch etwas aufgefallen das ich an Gedelemme wirklich faszinierend fand Die Decken.

00:15:21: denn unter anderem in der Kapelle findet man ein Kreuzrippengewölbe.

00:15:25: und wenn man heute unter so einem Gewölbesteht, dann denkt man vielleicht gar nicht so viel darüber nach.

00:15:30: Ist halt eine Decke!

00:15:32: Aber dann stellt sich die eigentlich viel interessantere Frage wie zur Hölle baut man sowas ohne dass einem die ganze Konstruktion auf den Kopf fällt?

00:15:42: Und die Antwort lautet Erst einmal mit ziemlich viel Holz.

00:15:46: Für das Gewölbe wird zunächst eine hölzerne Leerkonstruktion errichtet, sie gibt die Form vor und trägt die Steine während des Baus.

00:15:54: Darauf werden die zuvor exakt bearbeiteten Steine der Rippen gesetzt und vermörtelt.

00:15:59: Am Scheitel treffen Sie zusammen Und wenn schließlich alles gesetzt unter Mörtel ausreichend ausgehärtet ist kann die Hölze einer Konstruktion darunter wieder entfernt werden und dann hält es einfach.

00:16:11: Das fand ich unglaublich faszinierend, vor allem weil man sich immer wieder klarmachen muss mit welcher Präzision die Menschen hier arbeiten müssen.

00:16:19: Die einzelnen Steine müssen zueinander passen Winkel und Rundungen müssen stimmen Kräfte müssen richtig abgeleitet werden Und das alles ohne moderne Lesameskerete oder computergeschützte Berechnung.

00:16:31: Vom Taubenschlakturm ging es für uns anschließend weiter zu den beiden Türmen am Tor und dort wurde tatsächlich gerade gebaut.

00:16:38: Wir konnten leider nicht besonders viel sehen, weil die Handwerker oben auf dem Gerüst gearbeitet haben aber man konnte sie hören Hämmern Steine die bewegt werden Werkzeug.

00:16:48: Und das ist genau einer der Momente in denen man sich wieder bewusst wird Giedelung ist noch nicht fertig.

00:16:54: Das hier ist keine rekonstruierte Burg die irgendwann eröffnet worden seitdem unverändert da steht.

00:17:00: Sie wächst immer noch.

00:17:01: Also sind wir wieder nach unten gegangen und haben uns die Räume im Erdgeschoss angesehen.

00:17:07: Unter dem Gästebereich befindet sich ein großer, länglicher Raum in dem bei unserem Besuch ins Film gezeigt wurde der genau den Bau dieser Kreuzrippengewörbe erklärt hat.

00:17:19: Und direkt daneben liegt die Küche mit einem riesigen Kamin, Kräutern und allem was nun braucht um die Bewohner einer solchen Burg zu versorgen.

00:17:28: Denn auch das vergessen wir schnell eine Burg muss funktionieren Menschen müssen essen, sie brauchen Wasser, Wärme Vorräte Werkzeuge Kleidung Reparaturen und dafür braucht man wiederum Menschen die all diese Dinge herstellen.

00:17:43: Und damit kommen wir zu einem meiner absoluten Lieblingsbereiche von Gadelong.

00:17:53: Wir verlassen in die Burg durch einen kleinen Nebenausgang und erkunden das Gelände drum herum.

00:18:00: Spätestens jetzt hatte ich das Gefühl Ich bin an einer Partysiedler von Katan gelandet Ganz im Ernst.

00:18:06: Da ist ein Kräutergarten, eine Seilerei, eine Töpferei, einen Ziegelbrennerei, eine Schmiede... Es gibt Pferde, Ziegen, Gänse, Hühner!

00:18:14: Es gibt Wagen und Karren.

00:18:16: Daneben liegt der Steinbruch.

00:18:17: Und drumherum wächst jede Menge Wald.

00:18:20: Und ich dachte nur Ja natürlich du möchtest eine Burg bauen?

00:18:25: Okay dann brauchst du Steinen und Holz und Eisen und Seile und Ziegel und jemanden der dir aus all diesem Zeug überhaupt etwas bauen kann.

00:18:34: Eigentlich fehlte nur noch, dass jemand mit zwei Schafen vorbeikommt und fragt ob ich dafür Leben habe.

00:18:39: Und das Spannende ist viel dieser Gewerke kann man bei der Arbeit beobachten.

00:18:44: Bei unserem Besuch wurde getöpfert Seil hergestellt Holz bearbeitet.

00:18:48: Man sieht plötzlich wie viele einzelne Arbeitsschritte hinter einem Gebäude stecken Dass wir heute einfach als eine Burg betrachten.

00:18:56: Nehmen wir allein einen schweren Stein.

00:18:58: Der wird zunächst im Steinbruch gebrochen Dann muss er bearbeitet werden dann muss er zur Baustelle und irgendwann soll dieses mehrere Kilogramm oder bei entsprechend großen Steinen deutlich mehr schwere Ding, mehrere Meter über unsere Köpfe in einer Mauer landen.

00:19:15: Und dafür steht in Gadelong etwas das aussieht wie ein riesiges Hamsterrad Ein mittelalterlicher Tretkran!

00:19:22: Ein Mensch läuft im Inneren des Rades und treibt damit über Seile und Wellen den Hebemechanismus an und plötzlich bekommt man eine Antwort auf die Frage Wie bekommt man ohne Moderne Technik ohne modernen Kran, tonnenweise Baumaterial auf eine Burgmauer mit Muskelkraft und ziemlich cleverer Technik.

00:19:43: Und genau solche Fragen sind der eigentliche Sinn von Gelong.

00:19:47: Denn manchmal funktioniert eine Idee – und manchmal eben auch nicht!

00:19:51: Ein schönes Beispiel dafür ist die Holzbrücke über die wir am Anfang in die Burg gekommen sind.

00:19:56: Beim Bau wurde mit unterschiedlichen Lösungen gearbeitet und dabei zeigte sich auch, welche Probleme bestimmte Verbindungstechniken langfristig verursachen können.

00:20:05: Eisen- und Feuchtigkeit beispielsweise sind bei einer Holzkonstruktion keine besonders glückliche Kombinationen.

00:20:12: also werden die Techniken angepasst Und genau das ist Experimentalarchäologie ausprobieren beobachten scheitern verändern und daraus lernen.

00:20:21: nicht Wir wissen ganz genau, wie die Menschen im dreizehnten Jahrhundert das gemacht haben.

00:20:25: Sondern wir wissen welche Möglichkeiten sie hatten.

00:20:28: also probieren wir aus was damit funktioniert und nachdem wir jetzt einmal durch diese ganze Anlage gelaufen sind können wir endlich zu unserer Frage zurückkommen warum ist Gede Long eigentlich eine Burg?

00:20:42: Und hier wird die Antwort langsam sichtbar.

00:20:44: GedeLong ist wehrhaft.

00:20:45: es gibt massive Bauern und Türme Es gibt ein kontrollierbares Tor Es gibt Wehrgänge und Schießscharten, aber gleichzeitig kann man innerhalb dieser Befestigung leben.

00:20:56: Es gibt Wohnräume eine Küche Lagerräume Eine Kapelle Toiletten Und ganz entscheidend einen Brunnen Der gehörte zu den wichtigen frühen Arbeiten auf dem Gelände Denn wenn ein Burg tatsächlich einer Belagerung standhalten sollte hilft mir die dickste Mauer der Welt nichts Wenn die Menschen darin nach drei Tagen verdosten.

00:21:14: Eine Burg verbindet also mehrere Funktionen miteinander.

00:21:17: Sie schützt, sie beherbergt, sie versorgt und gleichzeitig demonstriert sie Herrschaft.

00:21:24: Aber damit haben wir eigentlich noch gar nicht beantwortet was die typische Burg ist Denn hier gibt es streng genommen gar nicht.

00:21:32: Burgen könnten völlig unterschiedliche Aufgaben erfüllen.

00:21:35: Es gab beispielsweise Zollburgen an denen handelswegen kontrolliert und Abgaben erhoben wurden.

00:21:41: Es gab Flieh- und Fluchtburgen, in die sich die Bevölkerung einer Umgebung bei Gefahr zurückziehen konnte.

00:21:46: Es gab Grenzburgen-, Residenzburden-, Höhenburgen,- Wasserburgen... ...und natürlich veränderten sich Burgen über die Jahrhunderte immer wieder!

00:21:55: Und dann gibt es noch den Begriff Raubburg.

00:21:57: Das klingt natürlich besonders schön dramatisch – ist aber keine eigene architektonische Burgenform.

00:22:04: Damit bezeichnet man viel mehr Burgen von denen aus sogenannte Raupritter Überfälle begangen haben sollen….

00:22:10: Und gerade bei uns in Deutschland sind Burgen bis heute so präsent, dass wir sie teilweise kaum noch bewusst wahrnehmen.

00:22:16: Wer einmal am Rhein oder an der Mosel entlang gefahren ist kennt dieses Bild ein Fluss, Beinberge und irgendwo auf dem nächsten Felsen steht schon wieder eine Burg.

00:22:25: auch hier bei uns an der Bergstraße gehören Burgen ganz selbstverständlich zum Landschaftsbild und sogar in unserer Sprache begegnen Sie uns ständig.

00:22:35: Unzählige Ortsnamen enthalten Burg und dieses Wort verweist ursprünglich auf einen befestigten Ort oder eine Befestigungsanlage.

00:22:43: Dabei mussten Burgen übrigens keineswegs immer einem weltlichen Fürsten gehören, auch Bischöfe, Klöster- und andere geistliche Institutionen konnten Burgherren sein.

00:22:53: Ein schönes Beispiel dafür liegt bei uns an der Bergstraße – die starken Burg bei Heppenheim, die im elften Jahrhundert zum Schutz des Kloster Lorges errichtet wurde.

00:23:02: Das zeigt noch einmal ganz schön Eine Burg ist nicht einfach das Haus eines Ritters.

00:23:07: Sie kann militärischer Stützpunkt sein, sie kann einen Handelsweg kontrollieren und herrschaftssichern.

00:23:14: Sie können Menschen Schutz bieten oder Verwaltungs- und Wohnort sein.

00:23:19: Ihre genaue Funktion hängt immer davon ab wer sie wann wo und warum gebaut hat.

00:23:24: Aber bei all diesen unterschieden gibt es einen Punkt der für unsere Geschichte besonders interessant ist Denn eine Burg sagt auch jedem der sie sieht Hier sitzt jemand, der Macht besitzt.

00:23:34: Und genau dieser Punkt wird für uns gleich ziemlich wichtig denn jetzt verlassen wir eine Welt aus Steinbruch, Drehkran, Wehrmauern und Schießscharten... ...und wir reisen einige Jahrhundert weiter zu einem Gebäude das ebenfalls jedem der es sieht unmissverständlich sagt hier sitzt jemand der Machtbesitzt.

00:23:53: nur braucht diese Herrschart dafür keine Schieß-Schaten mehr.

00:23:56: er braucht etwas anderes sehr viel Gold.

00:24:01: Willkommen in Versailles.

00:24:14: Versaille, also Versaill das ist nochmal eine ganz andere Nummer.

00:24:19: Allein der Weg vom Busparkplatz bis zum eigentlichen Schloss kam mir länger vor als unser Weg von Parkplatz bis nach Gadelong und Gadelon würde wahrscheinlich mehrmals in die Anlage von Versailly passen.

00:24:32: Und was verrückte es angefangen hat dass alles ziemlich unspektakulär Denn Versailles war ursprünglich nicht diese gigantische Residenz, sondern ein Jagdsitz von Ludwigs Vater, Ludwig XIII.

00:24:46: Der ließ hier, der Jahr die Zwanzigste, zunächst ein kleines Jagdhaus errichten und einige Jahre später zu einem kleinen Schloss ausbauen.

00:24:55: Und dann kommt Ludwig IV.

00:24:56: Ab die Sechzehnte beginnt er, Versaille Stück für Stück zu dem auszubauen was wir heute kennen.

00:25:04: Und das Interessante dabei ist, er lässt das alte Schloss seines Vaters nicht einfach abreißen.

00:25:09: Es wird in die neue Anlage integriert.

00:25:11: Aus einem vergleichsweise bescheidenen Jagdsitz entsteht so innerhalb weniger Jahrzehnte eines der berühmtesten Schlösser der Welt.

00:25:20: und in den letzten Jahren geht Ludwig XIV schließlich noch einen entscheidenden Schritt weiter.

00:25:25: Er verlegt Hof- und Regierung dauerhaft nach Versailles.

00:25:29: Und damit ist Versaille nicht mehr nur ein ziemlich beeindruckendes Zuhause Versalbe zum politischen Zentrum Frankreichs.

00:25:38: Ja, Kiki?

00:25:40: Wir reden jetzt über Versailles!

00:25:42: Ja... Kiki würde an dieser Stelle offensichtlich gerne schon ihr Statement abgeben aber nein das kommt erst am Ende.

00:25:51: wir konnten zunächst noch gar nicht ins Schloss weil unser gebuchtes Zeitfenster erst später war Aber wir konnten schon in den Garten wobei Garten ist vielleicht ein kleines anderes Statement Aber nur ein ganz kleines.

00:26:06: Das ist kein Garten, das ist eine gigantische Parkanlage!

00:26:10: Das Gelände ist so groß dass man sich Golfkarts ausleihen kann um es zu erkunden.

00:26:16: natürlich kann man auch laufen wenn man Zeit hat und wenn es nicht gerade Achtunddreißig Grad hat sowie bei uns.

00:26:23: Leider liefen wegen der Hitze bei unserem Besuch auch nicht alle Wasserspiele Und das fand ich wirklich schade denn diese Brunnen und Fontänen sind ein wesentlicher Bestandteil der Inszenierung von Versailles.

00:26:34: Aber selbst ohne das Wasser ist das Erste, was man sich denkt.

00:26:38: Meine Güte!

00:26:39: Statoren, Brunnen Blumen Skulpturen Gold noch mehr gold und wir sind noch nicht mal im Schloss.

00:26:46: Was ich daran besonders spannend finde unter Ludwig XIV war ein Schloss und garten keineswegs vollständig von der Außenwelt abgeschottet.

00:26:55: Unter bestimmten Bedingungen konnten auch Menschen die nicht zur unmittelbaren Hofgesellschaft gehörten wer sei besuchen.

00:27:01: Man konnte also tatsächlich durch diese Anlage laufen und sich ansehen, wie der König lebte.

00:27:06: Und das ist wichtig!

00:27:07: Denn was bringt mir der beeindruckendste Parast Europas wenn niemand sieht, wie beeindruckende ich bin?

00:27:13: Also laufen auch wir los.

00:27:15: Vorbei an Brunnen- und Bosketten immer weiter hinein in die riesige Anlage.

00:27:20: Eigentlich wollten wir bis zum Gros Triane und weiterhin Richtung Petitriano, dass später besonders mit Marie Antoinette verbunden sein sollte... Irgendwann haben wir auf die Karte geschaut, dann auf die Sonne.

00:27:33: Dann wieder auf die karte und beschlossen?

00:27:35: Nein!

00:27:36: Also haben wir uns etwas zu Essen geholt und sind stattdessen in eines der kleinen Waldstücke beziehungsweise Boskete abgebogen.

00:27:44: Und plötzlich war alles vollkommen anders Ruhig schattig kaum noch Menschen... ...und da konnte ich zum ersten mal ein bisschen nachvollziehen warum dieser Garten eben nicht einfach nur Dekorationen war.

00:27:56: Man konnte darin verschwinden spazieren, sich treffen, reden.

00:28:03: Und ja!

00:28:03: Ich habe mich da tatsächlich ein bisschen gefühlt wie irgendeine Hofdame aus dem siebzehn Jahrhundert die mit ihrer Begleitung durch Versaif planiert und sich dabei dramatisch Luft zu fächert was bei achtund dreißig Grad übrigens auch ohne historische Immersion eine ziemlich gute Idee gewesen wäre.

00:28:19: Und irgendwann standen wir vor dem Apollonbecken.

00:28:22: mitten im Wasser erhebt sich apollon mit seinem Sonnenwagen und natürlich ist auch das kein Zufall Apollon, der Sonnengott in der Residenz des Sonnenkönigs.

00:28:34: Subtilvalut wirkt ja Vierzehnte nicht unbedingt.

00:28:37: und dahinter beginnt der Grand Canal.

00:28:39: Und jetzt haltet euch bitte fest!

00:28:41: Dieses Ding ist so grod dass man heute Boote mieten und darauf herumfahren kann.

00:28:46: Und nein... Der Kanal ist keine moderne Ergänzung für Touristen.

00:28:50: Den gab es schon unter Ludwig XIV auf ihrem Fum Damals tatsächlich schon Boote und kleinere Schiffe.

00:28:56: Und spätestens da dachte ich Das ist völlig absurd.

00:29:00: Dieser Mann ist doch immer irgendwann morgens aufgedacht und muss sich gedacht haben, wisst ihr was in meinem Garten noch fehlt?

00:29:06: Ein gigantischer Kanal!

00:29:08: Und dann wurde ein gigantischen Kanal gebaut.

00:29:11: Natürlich ist das überspitzt.

00:29:12: Ludwig XIV hat bei Seil nicht einfach morgens nach Lust und Laune zusammen fantasiert.

00:29:18: Er beschäftigte sich intensiv mit seiner Residenz, ließ sich über die Arbeiten informieren und nahm einen Fluss auf ihre Gestaltung.

00:29:25: Genau das macht Seil so interessant.

00:29:28: Nichts davon ist zufällig.

00:29:30: Die Blickachsen nicht, die Brunnen nicht... ...die mythologischen Figuren nicht, Gärten nicht und auch diese unglaubliche Größe nicht.

00:29:37: Wir saßen später noch im Bosquet de la Saal de Ball dem Balsaalbosket Und das ist wunderschön.

00:29:44: Auf einer Seite befindet sich eine große Kaskade aus Stein- und Muscheln über die Wasser fließen konnte.

00:29:50: Gegenüber liegen abgestufte Bereiche für die Zuschauer Und dieser Ort wurde unter Ludwig XIV tatsächlich für Musik und Tanz geschaffen, denn Ludwig liebte den Tanz.

00:30:01: Und jeder sollte zugucken können wenn er tanzte!

00:30:04: Und da merkte man langsam... Wer sei ist nicht einfach nur groß weil Ludwig der XIV zufällig einen Hang zu sehr großen Häusern hatte?

00:30:13: Und es ist auch nicht einfach noch dekadent, weil ein König zeigen wollte wie reicher war.

00:30:18: Wer sei isst Politik aus Stein Wasser Gold- und Gartenarchitektur.

00:30:24: Ludwig XIV hatte einen großen Teil seines Lebens erlebt, was passieren konnte wenn mächtige Adelte sich gegen die Krone stellten.

00:30:32: Also holte er den Hochadl an seinen Hof und dort entstand eine Welt in der Nähe zum König selbst zur politischen Währung wurde.

00:30:40: wer durfte beim Aufstehen des Königs dabei sein?

00:30:43: Wer durfte ihm ein Kleidungsstück reichen?

00:30:46: Wer dürfte mit ihm speisen?

00:30:47: Wer Durfte ihn begleiten?

00:30:48: Wer bekam Zugang?

00:30:49: Wer musste warten?

00:30:51: Selbst scheinbar banale Alltagshandlungen wurden zu Ritualen.

00:30:55: Und während der Adel darum konkurrierte, möglichst nah an der Sonne zu stehen befand sich die Sonne natürlich im Allmittelpunkt Ludwig XIV und plötzlich übergibt dieser völlig überdimensionierte Palast vielmehr Sinn wer sei sollte überwältigen.

00:31:11: Wer hier ankam sollte nicht denken was für ein hübsches Haus er sollte verstehen.

00:31:16: Hier lebt der mächtigste Mann Frankreichs Und Versailles hatte noch einen ganz entscheidenden Vorteil.

00:31:23: Ludwig hatte seine lieben Adeligen hier ziemlich gut im Blick, denn ein mächtiger Adelige der irgendwo auf seinem eigenen Besitz sitzt, eigene Netzwerke pflegt und dort seine Macht ausbaut kann für einen König ziemlich unangenehm werden!

00:31:38: Ein Adler, der dagegen in Versailles lebt und einen heblichen Teil seiner Energie darauf verwendet zugänglich zum König zu bekommen bei den richtigen Zeremonienanwesen zu sein.

00:31:47: Und am Hof seinen Rang zu behaupten spielt nach den Regeln des Königs.

00:31:52: Versaille war deshalb eben nicht nur ein Palast, Versaill war auch ein Herrschaftsinstrument.

00:31:59: Genau deshalb ist Versailla für unsere Ausgangsfrage so interessant!

00:32:03: Denn erinnert ihr euch noch an Gedelong?

00:32:05: Auch Gedellon sagt, hier sitzt jemand der Macht besitzt.

00:32:09: Aber Gedellón braucht dafür Mauern, Türme, Schießscharten ein befestigtes Tor, einen Brunnen für den Fall einer Belagerung.

00:32:15: Versailles sagt exakt dasselbe nur völlig anders!

00:32:19: Versaille braucht keinen Schieß-Scharten Es braucht einen Kilometer langen Garten.

00:32:23: Apollon Fontänen Marmor Spiegel und Gold Sehr viel Gold Und wir waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Schloss.

00:32:33: Und ja Da denkt man natürlich sofort, okay ich verstehe die Revolution.

00:32:38: Historisch ist es selbstverständlich sehr viel komplizierter aber dieses Gefühl für die Distanz zwischen Hof und Bevölkerung bekommt man dort schon.

00:33:00: Irgendwann mussten wir den Garten dann tatsächlich verlassen denn unser Zeitfenster für das Schloss rückte näher wobei mal eben ins Schloss gehen in Versailles natürlich auch nicht funktioniert.

00:33:10: erst einmal Schlange eine ziemlich lange Schlange Und irgendwann standen wir schließlich im Hof, gingen hinein und mussten uns erst einmal orientieren.

00:33:19: Leute, nehmt euch eine Karte mit wirklich!

00:33:22: Man wird zwar relativ gut durch das Schloss geleitet aber wer sei ist so riesig dass man irgendwann durch den fünften prunkvollen Raum läuft und überhaupt keine Ahnung mehr hat wo man eigentlich gerade ist.

00:33:31: also bin ich nochmal zurück und habe uns eine karte besorgt und dann ging es los.

00:33:35: einer der ersten orte die mich wirklich beeindruckt haben war die Chapelle Royal Die königliche Kapelle und allein hier merkt man schon wieder In was für einer anderen Welt wir uns befinden?

00:33:47: Erinnert ihr euch noch an die kleine Kapelle von Gadelong, ein Altar, bemalte Wände, einige farbige Fenster.

00:33:54: Und jetzt stehen wir in Versailles!

00:33:56: Die königliche Kapella erstreckt sich über zwei Geschosse – Säulen, Bögen, Marmor, Malereien und Gold.

00:34:03: Wenn man später eine Etage höher auf sie hinunter blickt, versteht man wieder besser, worum es eigentlich geht.

00:34:10: Repräsentationen Selbst der Gottesdienst ist hier Teil der Inszenierung des Hofes.

00:34:17: Von dort ging es weiter durch eine scheinbar endlose Reihe von Räumen, Salons, Gemälde, Deckenmalereien, Marmor, Gold – noch mehr Gold!

00:34:28: Unter anderem kommt man auch in den Salon de Pologne und dort das Bild von Ludwig XIV.

00:34:34: Vielleicht habt ihr jetzt das berühmte Bild von Ludwig, dem Vierzehnten vor Augen.

00:34:38: Dieses Bild mit den gigantischen Krönungsmantel der Perücke und diesen erstaunlich prominent präsentierten Beinen?

00:34:45: Genau das ist Versai eigentlich als Gemälde!

00:34:48: Es geht nicht darum einen Mann möglichst realistisch abzubilden.

00:34:51: es geht darum ein König zu inszenieren genau wie Versai nicht einfach zeigen soll wo Ludwig wohnt wer sein soll zeigen wer Ludwig isst.

00:35:01: Irgendwann waren wir auch in der Schlachtengalerie und wie fand ich als Historikerin natürlich ziemlich cool.

00:35:06: An den Wänden hängen riesige gemälde französischer Schlachten- und militärische Siege, Und das ist natürlich wieder Geschichtspolitik Denn ein Staat erzählt hier seine eigene Geschichte.

00:35:18: Er entscheidet welche Siege erinnert werden Welche Herrscher gezeigt werden Welcher eignisse Teil einer großen nationalen Erzählung werden.

00:35:26: Aber dann kommt irgendwann der Raum auf den wahrscheinlich fast jeder wartet, der Versal besucht.

00:35:33: Die Galerie de Glace!

00:35:35: Der Spiegelsaal Und Leute ich weiß gar nicht wie ich euch das beschreiben soll.

00:35:40: Der Spiegelsaal ist einfach krass und ja... Das ist meine wissenschaftlich fundierte Beschreibung.

00:35:46: Krass Auf der einen Seite öffnen sich riesige Fenster zum Garten.

00:35:51: Ihnen gegenüber befinden sich die berühmten Spiege.

00:35:54: Über einem ist diese vollkommen überladenden bemalte Decke Über ein Marmor, Kronleuchter und Gold.

00:36:02: Und durch die Spiegel wird das Licht reflektiert und der Raum scheint noch größer, noch heller und noch prachtvoller zu werden als er ohnehin schon ist.

00:36:11: Wenn man dort steht versteht man plötzlich etwas dass sich in einem Buch nur schwer vermitteln lässt.

00:36:17: Architektur kann Macht sein!

00:36:20: Der Raum sagt nichts... ...und trotzdem ist seine Botschaft vollkommen eindeutig.

00:36:25: Schaut was ich mir leisten kann.

00:36:28: Schaut, was Frankreich leisten kann.

00:36:31: Schaut wie mächtig dieser Hof ist!

00:36:34: Und noch etwas finde ich am Spiegelseid ziemlich cool – da hänge nicht einfach ein paar Spiegele.

00:36:39: Es sind dreihundert-siebenundfünfzig und im sevzehn Jahrhundert war das eine völlig andere Statement als heute.

00:36:47: Große Spiegle waren Luxusprodukte.

00:36:50: Wenelik war lange berühmt für seine Spieglherstellung Und Frankreich versuchte unter Ludwig XIV und seinem Finanzminister Colbert ganz gezielt solche Luxuswaren selbst herzustellen.

00:37:02: Der Spiegelseil sagt also nicht nur guckt mal wie reich ich bin, er sagt auch guck mal was Frankreich herstellen kann.

00:37:08: Selbst die Spiege sind hier im Grunde Politik.

00:37:13: Für uns Deutsche hat dieser Raum dann nochmal eine ganz eigene historische Bedeutung.

00:37:18: Als ich ein Foto davon in meinem WhatsApp-Status gestellt habe, schrieb mir einen Bekannter – das hat er als Spaß gemeint.

00:37:25: Warum bekomme ich jetzt Lust, ein Kaiserreich zu proklamieren?

00:37:29: Und ja, deutsch-französische Geschichte!

00:37:32: Am achtzehnten Januar, im Spiegelsaal von Versailles wurde ausgerechnet Wilhelm I zum deutschen Kaiser prokламiert.

00:37:41: Aus französischer Perspektive war die Wahl dieses Ortes natürlich eine besondere Demütigung.

00:37:47: Frankreich hatte den Krieg gegen die deutschen Staaten verloren, und mitten in einem der bedeutendsten Repräsentationsräume Frankreichs wurde nun das Deutsche Kaiserreiche aufzurufen.

00:37:57: Und die Geschichte dieses Raumes mit Deutschland war damit noch nicht beendet – knapp fünfzig Jahre später änderten sich die Rollen!

00:38:03: Ninzehundertneunzehn wurde im Spiegesaal der Versaiervertrag unterzeichnet, der den Kriegszustand zwischen Deutschland und den alliierten Mächten nach dem Ersten Weltkrieg beendete.

00:38:14: Ein Raum zwei Daten Und ziemlich viel deutsch-französische Geschichte dazwischen.

00:38:23: Aber selbst wenn man das alles ausblendet, bleibt dieser Saal für mich irgendwie der Inbegriff dessen was ein Schloss sein kann?

00:38:30: Natürlich haben wir auch Schlafgemächer gesehen, Empfangsräume Salons und unzählige andere Räume aber der Spiegelsaal bringt es auf den Punkt.

00:38:39: Prunk Repräsentation Macht!

00:38:42: Das Verrückte ist Vaseille hätte nach der französischen Revolution durchaus verschwinden oder zumindest völlig bedeutungslos werden können.

00:38:51: Ein großer Teil der Ausstattung wurde verkauft oder ging verloren, aber die Anlage selbst blieb bestehen und wurde später immer wieder restauriert und neu genutzt.

00:39:00: Besonders wichtig wurde im zehnten Jahrhundert Louis Philipp I., der König der Franzosen.

00:39:05: Er ließ große Teile des Schlosses zu einem Museum der französischen Geschichte umschalten.

00:39:11: Merseille war damit nicht mehr einfach nur die Residenz eines absolutistischen Königs.

00:39:16: Es wurde zu einem historischen Monument und seine Dimensionen sind bis heute absurd.

00:39:22: Die gesamte Domäne umfasst heute ungefähr achthundert Hektar, tausende Räume, mehr als zweitausend Fenster, kilometerlange Wege und Alleen, unzählige Bäume, Gärten Kanäle neben Gebäude.

00:39:36: Bei den mehr als zweitausend Fenstern hatte eigentlich nur ich, nur eine Frage.

00:39:41: Wer putzt die alle?

00:39:43: Und ich weiß... Ich bin in diesem Abschnitt erstaunlich wenig historisch-historisch gewesen!

00:39:49: Aber vielleicht ist das ausgerechnet bei Versailles gar nicht so

00:39:52: falsch?!

00:39:53: Denn natürlich kann ich euch Zahlen nennen.

00:39:54: Ich kann nicht erzählen wann welcher Flügel gebaut wurde, welche Architekt für welchen Teil verantwortlich war und welcher König welchen Raum verändern ließ.

00:40:03: Aber das Entscheidende an Versaille Versteht man vielleicht erst, wenn man davor steht.

00:40:07: Es soll einen überwältigen.

00:40:09: Wer sei es nicht einfach groß?

00:40:11: Es ist demonstrativ groß!

00:40:13: Es ist nicht einfach prachtvoll... ...es ist demonstrativ pracht voll.

00:40:18: Hier wird Macht nicht hinter dicken Mauern geschützt hier wird macht ausgestellt Und damit kommen wir endlich zu der Frage mit der diese ganze Folge angefangen hat zurück.

00:40:29: Was ist denn jetzt eigentlich der Unterschied zwischen einer Burg und einem Schloss?

00:40:35: Als ich das bei der Wanderung gefragt wurde, war er meine erste etwas hilflose Antwort.

00:40:40: Na ja, Burg-Verteidigung schloss Repräsentationen und nachdem wir jetzt einmal durch Gideleon gelaufen sind und uns anschließend von Versailles haben erschlagen lassen muss sich sagen so falsch war meine Antwort eigentlich gar nicht.

00:40:54: wenn mir es ganz nüchtern betrachten ist eine Burg grundsätzlich eine befestigte Anlage in der verschiedene Funktion miteinander verbunden werden können Herrschaft, Wohnen, Verwaltung, Versorgen und natürliche militärische Funktion.

00:41:06: Der Verteidigungskarakter ist dabei ein wesentliches Merkmal.

00:41:10: Ein Schloss dagegen ist in erster Linie ein repräsentativer herrschaftlicher Wohnsitz.

00:41:16: Natürlich kann auch einen Schlossmauern haben!

00:41:18: Es kann gewaltig sein – es kann einzelne definitive Elemente besitzen.

00:41:24: Und ganz wichtig, ein Schloss kann sogar aus einer ehemaligen Burg entstanden sein.

00:41:28: Und genau deshalb funktioniert unsere schöne einfache Definition eben auch nicht immer.

00:41:33: Denn Geschichte ist selten so ordentlich, wie wir sie gerne hätten.

00:41:37: Es gab nicht irgendwann einen Tag an dem die Menschen beschlossen haben So!

00:41:41: Ab heute bauen wir keine Burgen mehr.

00:41:43: jetzt bauen wir Schlösser.

00:41:45: Gebäude verändern sich Sie werden erweitert umgebaut abgerissen wieder aufgebaut.

00:41:50: Ein alter Wertum bleibt stehen während daneben ein neuer repräsentativer Wontrag entsteht.

00:41:55: Aus einer mittelalterlichen Burg kann über Jahrhunderte ein Schloss werden und manchmal sieht man einem Gebäude diese verschiedenen Farben bis heute an.

00:42:03: Geschichte ist etwas Billibendiges, und Architektur eben auch.

00:42:07: Natürlich gibt es Anlagen bei denen wir ziemlich eindeutig sagen können da ist so eine Burg!

00:42:12: Und andere bei denen können wir sagen das ist ein Schloß.

00:42:15: aber dazwischen gibt es jede Menge Grauzonen.

00:42:18: Und mit Ghedalon und Versailles haben wir uns heute praktischerweise zwei Beispiele ausgesucht, die fast an den entgegengesetzten Enden dieses Spektrums stehen.

00:42:26: Ghedalon sagt du kommst hier nicht rein, Versaille sagt Du sollts reinkommen!

00:42:30: Du solltest das sehen und danach solltest du ganz genau wissen wer ihr das sagen hat.

00:42:35: Und eigentlich sind Balde damit BAM in your face Nur auf unterschiedliche Art!

00:42:41: Ghedalan demonstriert Macht durch Wehrhaftigkeit.

00:42:44: dicke Mauern Türme Schießscharten ein gesichertes Tor Wer sei demonstriert, macht durch Überfluss.

00:42:50: Gold, Marmor, Spiegel von Teehen.

00:42:52: Kilometerlange Gärten ein riesiger Kanal auf dem man einfach mit dem Boot herumfahren kann.

00:42:58: Beide sagen hier sitzt jemand der Macht besitzt aber die Sprache in der sie es sagen ist vollkommen unterschiedlich und natürlich hat das auch mit der jeweiligen Entstehungszeit zu tun.

00:43:09: Gilan rekonstruiert eine Burg des dreizehn Jahrhunderts.

00:43:13: Versailles steht dagegen exemplarisch für die höfische Repräsentationsarchitektur der frühen Neuzeit, insbesondere des siebzehn Jahrhunderts.

00:43:21: Und wir könnten diesen Bogen jetzt noch viel weiter schlagen!

00:43:24: Wir könnten in die Antike gehen und darüber sprechen wie sich Herrschaftsarchitektor nach Versaille weiterentwickelt.

00:43:29: Wir können uns Wasserburgenfestungen statt Palästern Residenzen anschauen – aber dann sitzen wir morgen hier.

00:43:36: Außerdem wartet jemand schon seit einer Stunde sehr geduldig darauf endlich ihre Meinung abgeben zu dürfen….

00:43:46: Denn jetzt müssen wir natürlich noch die wichtigste Frage dieser gesamten Folge klären.

00:43:50: Wo würde Kiki lieber wohnen?

00:43:52: Option Nummer eins.

00:43:55: Hier haben wir einen großen Wald, wir haben jede Menge Tiere vermutlich eine hervorragende Mäusepopulation dicke Mauern, eine ziemlich gute Verteidigungsanlage.

00:44:04: also falls irgendeine verfeindete Katze versucht Kikis Herrschaftsanspruch anzufechten keine Chance Allerdings, der Luxus lässt etwas zu wünschen übrig.

00:44:13: Wenig Polstermöbel kleine Fenster im Winter wahrscheinlich ziemlich frisch und die Toilette möchte sie sich vermutlich auch nicht genauer ansehen.

00:44:22: Deswegen genau fünf von zehn möglichen Punkten.

00:44:27: Kommen wir zur Option Nummer zwei Wer sei?

00:44:30: Mehr als genug Zimmer Ein kompletter Hofstart, der sich um Kilki kümmern könnte Hunderte Hektar Grünfläche Kleine Bällchen Wasser Fische.

00:44:40: Wir haben dort tatsächlich Fische gesehen, die ungefähr so groß waren wie Kiki.

00:44:43: Was möglicherweise ein kleines Problem darstellen könnte aber ich bin mir sicher wir könnten irgendwo ein paar angemessen dimensionierte Goldfische unterbringen und vor der französischen Revolution standen da vermutlich auch noch deutlich mehr sowas herum als heute.

00:44:59: eigentlich ziemlich perfekt.

00:45:01: deshalb wäre sei neun von zehn Punkten.

00:45:04: warum nur neuen?

00:45:05: nun ja weil ihr Lieblingsplatz vermutlich ständig von Ludwig XIV besetzt wäre, der Thru.

00:45:12: Aber damit ist entschieden Kiki zieht nach Versailles und mein Fazit?

00:45:18: Ich muss sagen ich könnte mich so gar nicht entscheiden!

00:45:21: Ich fand beide Orte unglaublich beeindruckend aus völlig unterschiedlichen Gründen.

00:45:25: Bei Guidenon fasziniert mich dieser vollkommen verrückte Idee.

00:45:29: In dem Jahr adhesive haben Menschen beschlossen, wir bauen jetzt eine mittelalterliche Burg mit den Materialien, Werkzeugen und Techniken die den Menschen des Mittelalters zur Verfügung gestanden haben könnte.

00:45:39: Und dann machen sie es einfach seit fast dreißig Jahren!

00:45:42: Wenn man dort steht und sieht wie ein Stein bearbeitet wird, wie ein Seil hergestellt wird oder wie diese riesige Tretkranmaterial nach oben befördert bekommt man plötzlich eine vollkommen andere Vorstellung davon Was hinter einem mittelalterlichen Bauwerk steckt?

00:45:56: Und Gedalon steht vergleichsweise praktisch in der Ebene und hat seinen Steinbruch direkt in der Nähe.

00:46:02: Wenn ich dann an die Wurgen oder am Rhein, oder an der Mussel denke, die irgendwo oben auf einem Berg- oder Felsen stehen, denke ich inzwischen vor allem wie zur Hölle haben sie das Zeug da hoch bekommen!

00:46:15: Und wer sei... was soll ich dazu noch sagen?

00:46:18: Wer sei?

00:46:19: er schlägt ein mit seiner Größe, seinem Gold, seinem Glas, sein Gärten Sein Spiegel sah mit seiner gesamten Inszenierung.

00:46:26: Und vielleicht ist das genau mein Fazit dieser Folge?

00:46:30: Gideleur hat mich beeindruckt, weil ich dort verstanden habe wie Menschen gebaut haben.

00:46:35: Versayer hat mich beindruckt weil ich da verstanden hab was Architektur mit Menschen machen kann.

00:46:40: Wenn ihr irgendwann mal in Frankreich seid und die Gelegenheit habt schreibt euch diese Orte an am besten sogar beide Denn ich glaube gerade dieser Kontrast macht unglaublich viel Spaß.

00:46:50: Und damit sind wir am Ende des ersten Teils unserer kleinen Frankreich-Reihe angekommen.

00:46:54: Wenn euch die Folge gefallen hat, dann freue ich mich natürlich riesig wenn ihr den Podcast abonniert oder ihm eine Bewertung auf eurer Lieblingsplattform saarlasst!

00:47:03: Wenn ihr mich darüber hinaus unterstützen möchtet könnt ihr mir bei Kofi diesmal gerne eine Schokolade ausgeben und weil wir hier immer noch in einem Geschichtspotkrass sind gibt es natürlich auch dazu einen kleinen historischen Fun Fact Heiße Schokolade war im französischen Hof ein echtes Luxusgetränk.

00:47:22: Besonders Ludwig der Fünftzehnte soll ein großer Fan gewesen sein, so sehr dass er seine heiße Schokoladengelegentlich sogar selber zugereitete und tatsächlich ist eine Rezept aus seiner Zeit überliefert.

00:47:34: Schokoladen und Wasser wurden erhitzt und anschließend unter anderem mit Eigelb aufgeschlagen also ein bisschen anders als mein Kakao heute Abend.

00:47:44: Und damit falls ihr mir eine Schokolasche ausgeben wollt findet ihr den Link zu meinem Kofi, wie immer in den Show notes.

00:47:52: Und dann hören wir uns ja auch schon nächste Woche wieder!

00:47:54: Ich freue mich darauf, auch beim nächsten Mal wieder gemeinsam mit euch in den Strudel der Geschichte einzutauchen.

00:48:01: Wenn Ihr Fragen habt, Themenvorschläge oder einfach Lust habt über Geschichte zu quatschen, findet Ihr mich auf Instagram unter just.denaver.geschichtspotcast und mittlerweile bin ich auch per E-Mail zu erreichen nämlich unter Just Denaver Geschichtspottcast.

00:48:16: alles zusammengeschrieben.

00:48:19: Schreibt mir gerne, ich freue mich immer über eure freundlichen Nachrichten.

00:48:23: Bis zum nächsten Mal!

00:48:24: Macht's gut, ciao!

00:48:48: Ergänzend habe ich weitere wissenschaftliche Literaturenfach-Aussätze zu burgen und Schlössern im Allgemeinen herangezogen, sowie Materialien aus Gedillons & Versailles.

00:48:56: Musik und Bilder stammen wie immer von Pixar Bay.

00:49:00: Danke schön fürs Zuhören!

00:49:01: Ciao.

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