Der schwarze Tod - Fakten und Verlauf
Shownotes
Im 14. Jahrhundert breitet sich eine der verheerendsten Pandemien der Geschichte über Europa aus. Doch woher kam die Pest eigentlich? Wie verbreitete sie sich so schnell und was machte Yersinia pestis mit den Erkrankten? Wir begleiten die Menschen des Mittelalters durch eine Welt, die sich innerhalb weniger Jahre grundlegend verändert – von kranken Seeleuten und verzweifelten Ärzten über Familien und Totengräber bis hin zu den Überlebenden. Und wir schauen darauf, welche gesellschaftlichen Folgen der Schwarze Tod hinterließ.
Teil 1 unserer dreiteiligen Reihe über den Schwarzen Tod.
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Quellen und Bücher der Folge Literatur Bergdolt, Klaus: Die Pest. Geschichte des Schwarzen Todes. C.H. Beck, München. Bergdolt, Klaus: Der Schwarze Tod in Europa. Die Große Pest und das Ende des Mittelalters. C.H. Beck, München. Zeitgenössische Quellen Boccaccio, Giovanni: Decamerone, Einleitung zum ersten Tag. Boccaccios berühmter Bericht über die Pest in Florenz 1348 und die Reaktionen der Bevölkerung. Boccaccios Pestbeschreibung – Fordham Medieval Sourcebook Agnolo di Tura: Cronaca senese. Zeitgenössischer Bericht über die Pest in Siena. Von ihm stammt unter anderem die erschütternde Schilderung, dass er seine fünf Kinder selbst begraben habe. Guy de Chauliac: Chirurgia Magna / Grande Chirurgie (1363). Guy de Chauliac erlebte die Pest in Avignon, erkrankte selbst und hinterließ einen medizinischen Bericht über die Epidemie. Eine historische Ausgabe der Grande Chirurgie enthält ausdrücklich seine Berichte über die Pestwellen von 1348 und 1361. Guy de Chauliac – Catalogue collectif de France/BnF Ibn Khatima: Pesttraktat aus dem 14. Jahrhundert (Taḥṣīl ġaraḍ al-qāṣid fī tafṣīl al-maraḍ al-wāfid). Medizinische Beobachtungen zur Pest in al-Andalus. Ibn al-Khatib: Pesttraktat (Muqniʿat al-sāʾil ʿan al-maraḍ al-hāʾil). Besonders interessant wegen seiner Beobachtungen zu Ansteckung und Übertragung. Papst Clemens VI.: päpstliche Bullen von 1348 zum Schutz jüdischer Gemeinden während der Pestverfolgungen, insbesondere Quamvis perfidiam. Yersinia pestis und Ursprung des Schwarzen Todes Spyrou, Maria A. et al.: “The source of the Black Death in fourteenth-century central Eurasia.” Nature 606 (2022), S. 718–724. DOI: 10.1038/s41586-022-04800-3. Die für unsere Folge besonders wichtige Untersuchung der Gräber von Kara-Djigach und Burana im heutigen Kirgisistan. Dort wurde in Bestattungen von 1338/39 Yersinia pestis nachgewiesen. Die rekonstruierten Genome stehen sehr nahe am Ausgangspunkt der genetischen Diversifizierung, die mit der zweiten Pestpandemie verbunden ist. Studie bei Nature – Open Access Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Plague. Medizinische Hintergrundinformationen zu Yersinia pestis, Beulenpest, septikämischer Pest, Lungenpest, Übertragung, Symptomen und heutiger Behandlung. CDC – Plague Ausbreitung und Sterblichkeit Izdebski, Adam et al.: “Palaeoecological data indicates land-use changes across Europe linked to spatial heterogeneity in mortality during the Black Death pandemic.” Nature Ecology & Evolution 6 (2022), S. 297–306. DOI: 10.1038/s41559-021-01652-4. Die Studie untersucht 1.634 Pollenproben aus 261 Fundstellen in 19 heutigen europäischen Ländern und zeigt, wie unterschiedlich die demografischen Auswirkungen der Pest regional gewesen sein dürften. Studie bei Nature Ecology & Evolution – Open Access Medizin, Gesellschaft und Reaktionen auf die Pest Ordinance of Labourers (1349) und Statute of Labourers (1351), England. Wichtige Quellen für die staatlichen Versuche, nach dem massiven Bevölkerungsverlust Löhne und Mobilität von Arbeitskräften zu begrenzen. Medizinische Pesttraktate des 14. Jahrhunderts, insbesondere die Gutachten der Pariser medizinischen Fakultät von 1348. Relevant für Humoralpathologie, Miasmentheorie, astrologische Erklärungsmodelle und zeitgenössische Vorstellungen über die Ursachen der Pest. Rouen und Aître Saint-Maclou Aître Saint-Maclou, Rouen: offizielle Geschichte des Ortes. Rouen wurde von der Pest schwer getroffen; wegen der demografischen Krise musste ein neuer Friedhof geschaffen werden. Wichtig für unsere Folge: Die heute sichtbaren Ossariumsgalerien stammen nicht aus der Zeit des Schwarzen Todes. Nachdem spätere Pestwellen erneut zu Platzmangel geführt hatten, beschloss die Gemeinde 1526 den Bau der Galerien zur Aufbewahrung exhumierter Gebeine. Aître Saint-Maclou – Geschichte
Hinweis: Der Schwarze Tod ist bis heute Gegenstand intensiver historischer, archäologischer und naturwissenschaftlicher Forschung. Insbesondere Fragen nach Ursprung, Übertragungswegen, Sterblichkeit und regionalen Unterschieden werden weiterhin diskutiert. Die Folge gibt den aktuellen Forschungsstand vereinfacht wieder; wo die Forschung keine eindeutigen Antworten zulässt, wird dies in der Folge entsprechend kenntlich gemacht.
Transkript anzeigen
00:00:06: Just another Geschichtspotcast von einer an der Realität gescheiterten Historikerin.
00:00:14: Awe Salü und guten Tag, willkommen im Strudel der Geschichte!
00:00:18: Ich bin Corinna und ich freue mich sehr dass ihr auch heute wieder dabei seid.
00:00:22: Vielen vielen Dank erst einmal für eure Liebenrückmeldung zur letzten Folge.
00:00:26: Die Geschichte um Fangoch und seine Briefe war ja eine sehr persönliche und wie ich denke auch emotionale Folge Und ich freu mich wirklich sehr das sie bei vielen von euch so gut angekommen ist.
00:00:37: Außerdem möchte ich mich ganz herzlich bei Barbara bedanken, die mir auf Kofi einen Absinnt ausgegeben hat.
00:00:43: Vielen Dank für deine Unterstützung und ich werde ihn natürlich aus reinen wissenschaftlichen Gründen trinken!
00:00:49: Und ja heute kommen wir zu einem sehr, sehr interessanten Thema – dem Schwarzen Tod also der großen Pestpandemie, die Europa im vierzehn Jahrhundert heim suchte.
00:01:01: Diese Geschichte hat sich meine liebe Freundin Jenny gewünscht und sie hatte auch gleich aktiv an der Entstehung mitgewirkt, indem sie mir zum Geburtstag zwei Bücher über die Pest geschenkt hat.
00:01:11: Und ich bin sehr gespannt was wir in den nächsten Wochen alles über die pest erfahren werden denn es ist ein wahnsinnig spannendes Thema Ein teilweise kontrovers diskutiertes Thema und vor allem ein riesiges Thema.
00:01:23: Man könnte wahrscheinlich problemlos eine Staffel mit zwanzig Folgen darüber machen.
00:01:27: Machen wir nicht Keine Sorge.
00:01:29: Ich habe stattdessen versucht, das Ganze ein bisschen zu gliedern und deshalb wird es drei Folgen zum Schwarzen Tod geben.
00:01:36: Heute beginnen wir mit den Fakten und dem Verlauf.
00:01:39: Was war der schwarze Tod eigentlich?
00:01:41: Wo kam er her?
00:01:42: Wie breitete er sich aus?
00:01:44: was passiert im Körper der Erkrankten?
00:01:45: Und vor allem was bedeutete eine solche Katastrophe für die Menschen die sie erlebt haben?
00:01:51: In der nächsten Folge beschäftigen wir uns dann mit den Mythen und Legenden, die sich um die Pest ranken.
00:01:56: Also unter anderem mit Ratten, Flühen, Schnabelmasken und einigen Geschichten, die wir heute ganz selbstverständlich mit dem Schwarzen Tod verbinden – obwohl sie vielleicht gar nicht so passiert sind!
00:02:08: Und in der dritten Folge schauen wir uns schließlich an, warum uns der Schwarze Tod bis heute nicht loslässt?
00:02:14: Wie wurde die Peste verarbeitet?
00:02:16: Welche Spuren hat sie in Kunst, Literatur und unsere Vorstellung vom Mittelalter hinterlassen.
00:02:21: Und warum fasziniert uns dieses Thema mehr als sechshundert Jahre später eigentlich immer noch?
00:02:27: Genau!
00:02:28: Und damit starten wir rein in unsere kleine Reihe der Schwarze Tod.
00:02:33: Dafür möchte ich, dass ihr euch zunächst einmal etwas vorstellt.
00:02:37: Ihr wacht morgen früh auf... aber es ist das Jahr thirteenhundertsiebenundvierzig.
00:02:47: Du warst morgen frühauf Nur ist es nicht morgen, sondern das Jahr thirteenhundertsieben und vierzig.
00:02:54: Und wie das treizehundert siebenundvierzig nun einmal so ist hast du weder Instagram noch eine Zeitung die du morgens ausschlagen kannst, noch irgendeine andere Möglichkeit mal eben nachzuschauen was eigentlich gerade in der Welt passiert.
00:03:05: Im Zweifel sitzt du irgendwo in einem Dorf oder in einem Stadthaus und hast keine Ahnung was ein paar hundert oder gar ein paar tausend Kilometer entfernt gerade vor sich geht.
00:03:15: Trotzdem passieren diese Dinger natürlich Und die Welt, in der du gerade aufwachst hat in den vergangenen Jahrzehnten schon einiges mitgemacht.
00:03:23: In den Jahrhunderten zuvor war die Bevölkerung Europas stark gewachsen.
00:03:27: Gleichzeitig waren die klimatischen Bedingungen seit Beginn des vierzehn Jahrhunders in vielen Teilen Europas unbeständiger und teilweise kühler geworden.
00:03:36: Schlechte Ernten konnten ziemlich schnell zu einem echten Problem werden.
00:03:40: Zwischen thirteenhundertfünfzehn und treizendhundertsebzehn hatte eine große Hungersnot weite Teile Nord- und Mitteleuropas getroffen.
00:03:48: Und auch der Nachgab ist regional.
00:03:49: immer wieder Missernten und Versorgungskrisen.
00:03:53: Es ist also nicht so, dass ganz Europa im Jahr thirteenhunderziemen und vier Sekunden auf dem Boden liegt und nur darauf wartet das jetzt noch die Pest vorbeikommt.
00:04:02: Aber die Menschen wissen durchaus wie schnell eine schlechte Ernte steigende Getreidepreise oder ein Krieg das eigene Leben ziemlich unangenehm machen können.
00:04:10: Und Krieg gibt es natürlich auch.
00:04:13: Seit zehn Jahren kämpfen England und Frankreich in einem Konflikt gegeneinander, von dem du noch nicht weißt dass wir ihn später einmal den hundertjährigen Krieg nennen werden.
00:04:22: Aber vielleicht bekommst du von alldem in deinem kleinen Dorf gerade nicht besonders viel mit.
00:04:26: Für dich beginnt zunächst einfach ein neuer Tag.
00:04:30: Du stehst ungefähr mit dem Tageslicht auf.
00:04:32: Vielleicht geben dir zusätzlich die Glocken der nächsten Kirche oder eines Klosters eine gewisse Orientierung Denn natürlich gibt es Kerzen und andere Lichtquellen, aber Tageslicht ist zum Arbeiten trotzdem ziemlich praktisch.
00:04:45: Und dann gibt's erst einmal was zu essen!
00:04:47: Was genau hängt sehr davon ab, wo in Europa du lebst wie wohlhabend du bist und was genau gerade verfügbar ist?
00:04:54: Wenn du zur einfachen Bevölkerung gehörst spielen Getreideprodukte eine ziemlich große Rolle Brot oder Brei dazu vielleicht Hösenfrüchte Gemüse Milch Produkte.
00:05:04: Eben das, was deine Region die Jahreszeit und dein Geldbeutel gerade hergeben.
00:05:08: Und dann beginnt ein Arbeitszaug!
00:05:12: Wenn du auf dem Land lebst richtet der sich ziemlich stark nach den Jahreszeiten.
00:05:16: Wir befinden uns ungefähr im September oder Oktober.
00:05:19: Die große Getreide ernte ist in vielen Regionen bereits vorbei Aber deswegen gibt es noch lange nichts zu faulenzen.
00:05:26: Je nachdem wo du lebst werden jetzt vielleicht Hülsenfrüchte Obst- oder Nüsse geerntet.
00:05:30: Anderswo läuft die Weinlese Wintergetreide muss ausgesehen, Tiere müssen versorgt und Vorräte für die kommenden Monate vorbereitet werden.
00:05:38: Kartoffeln sammelst du übrigens nicht – die gibt es hier noch nicht!
00:05:42: Während du also irgendwo auf dem Land arbeitest beginnt in der nächsten Stadt ebenfalls der Tag.
00:05:47: Vielleicht bist du dort Händler?
00:05:49: Dort öffnest du deinen Laden, gehst auf den Markt oder wartest auf jemanden, der dir neue Ware bringt.
00:05:55: Denn entgegen unserer Vorstellung vom Mittelalter Sitzen die Menschen nicht alle ihr gesamtes Leben lang in ihrem Heimatdorf und bewegen sich niemals mehr als fünf Kilometer davon weg?
00:06:04: Diese Welt ist erstaunlich mobil.
00:06:06: Händler reisen, siehleute fahren von Hafen zu Hafen, Menschen pilgern, Soldaten ziehen durch das Land, boten, transportieren Nachrichten – und Waren legen teilweise gewaltige Entfernung zurück.
00:06:18: Über große Handelsnetze sind Europa, dass Mittelmeer, der Schwarzmeeraum und Regionen weiter rüber hinaus miteinander verbunden.
00:06:26: Gewürze, Seide und andere Bahnen können über mehrere Zwischenstationen aus Asien nach Europa gelangen.
00:06:31: Städte wie Wenediks sind dadurch unglaublich reich geworden – dort gibt es hochentwickelte Handels- und Finanzstrukturen, internationale Geschäftsbeziehungen, Kredite und Investitionen.
00:06:42: Und während du durch die Straßen deiner mittelalterlichen Stadt läufst, stellst du vielleicht noch etwas fest….
00:06:48: Es ist gar nicht so dreckig wie uns Mittelalterfilme manchmal glauben lassen!
00:06:51: Versteht mich nicht falsch?
00:06:53: Wir reden hier nicht von modernen hygienischen Verhältnissen.
00:06:56: Es gibt Abfälle, Tiere, Fekalien und Abwasser – und gerade in dicht besiedelten Städten kann all das durchaus zum Problem
00:07:03: werden.".
00:07:05: Aber es ist eben auch nicht so, dass jeder Mensch morgens aufsteht sein Nachttopf aus dem Fenster kippt und sich anschließend für den nächsten drei Monate nicht mehr wäscht!
00:07:13: Menschen waschen Sicht, Hände und Gesicht sowieso….
00:07:17: aber auch der restliche Körper wird gewaschen.
00:07:19: In vielen Städte gibt es sogar öffentliche Badehäuser Wobei unser Händler natürlich nicht jeden Morgen vor der Arbeit noch gemütlich ins Spa geht.
00:07:27: Und auch um die Versorgung mit Wasser kümmern sich mittelalterliche Städte, es gibt Brunnen, Quellen, Zistern und teilweise sogar Leitungssysteme.
00:07:36: Das Wasser daraus ist natürlich nicht automatisch immer sauber oder gesundheitlich unbedenklich Aber Brunnan sind für viele Menschen eine zentrale Quelle für ihr tägliches Wasser.
00:07:46: Merkt euch die Brunne bitte schon einmal!
00:07:48: Die brauchen wir später noch.
00:07:50: Und falls du trotzdem krank wirst, gibt es natürlich auch im Mittelalter-Medizin.
00:07:54: Nur haben die Ärzte des Jahres threizendhundertsiehnundvierzig eine ziemlich andere Vorstellung davon warum du krankwürst als wir heute.
00:08:01: Eine der Grundlagen der gelehrten europäischen Medizin ist die sogenannte Humoralpatologie – Die Lehre von den vier Körpersäften Blut, Schleim, Gelbegalle und Schwarze Galle.
00:08:13: Vereinfacht gesagt geht man davon aus, dass Gesundheit mit einem ausgewogenen Verhältnis dieser Körpersäfte zusammenhängt.
00:08:20: Gerät dieses Verhältnisses durcheinander wirst du krank!
00:08:23: Entsprechend versucht man dieses Gleichgewicht wieder herzustellen – beispielsweise über Ernährung, Arzneien, Bäder oder eben auch durch den berühmten Adalas.
00:08:31: Gleichzeitig spielt die Vorstellung von sogenannten Miasmen eine wichtige Rolle.
00:08:36: Dabei geht es davon aus das verdorbene und verunreinigte Luft Krankheiten verursachen kann.
00:08:41: Schlechter Gruch ist deshalb nicht einfach nur unangenehm.
00:08:43: Er kann ein Zeichen dafür sein, dass die Luft selbst gefährlich ist und wenn schlechte Luft krank macht erscheint die Lösung ziemlich logisch.
00:08:51: Man muss die Luft besser machen also benutzt man beispielsweise ruhigende Kräuter Räucherwerk oder Blumen.
00:08:57: auch das solltet ihr euch merken.
00:08:58: wir werden später noch Rosen brauchen.
00:09:01: Und dann gibt es natürlich noch einen weiteren Teil deiner Welt den wir heute kaum überschätzen können Religion Ob du Bauer, Händler, Handwerker oder Adliger bist.
00:09:10: Das Christentum prägt an weiten Teilen Europas deinen Allschag und vor allem deine Vorstellung davon wie die Welt funktioniert.
00:09:18: Krankheit und Tod sind deshalb nicht nur medizinische Ereignisse – sie können auch eine religiose Bedeutung haben!
00:09:23: Und das wird ziemlich wichtig werden….
00:09:26: denn während Du also Dein Feld bestellst, Dein Laden öffnest, Deinen Wasser aus dem Brunnen holst oder Dich über den Gestank in irgendeiner Gasse ärgast hast Du keine Ahnung was einige tausend Kilometer entfernt gerade
00:09:36: passiert.".
00:09:37: Du weißt nicht, dass auf den Handelswegen die dir waren aus fremden Regionen bringen noch etwas anderes unterwegs ist.
00:09:43: Du weisst nicht das irgendwo auf dem Mittelmeer Schiffe fahren deren Besatzungen bereits schwer krank sind und du weißt vor allem nicht Dass sich an Bord etwas befindet von dessen Existenz im Jahr thirteenhundert siebenund vierzig noch kein Mensch etwas weiß.
00:09:58: Also wechseln wir die Perspektive.
00:10:04: Es ist Oktober treizehnhundertsiebenundvierzig.
00:10:07: Du bist Matrose auf einem genuisischen Handelsschiff.
00:10:10: Hinter dir liegt der Schwarzmeerraum, auch die genuisische Handelstadt Kaffa ist von einer solche betroffen.
00:10:18: Um Kaffaa rangt sich übrigens eine Geschichte, die ihr vielleicht schon einmal gehört habt.
00:10:22: Während einer Belagerung sollen Pestleichen über die Stadtmau angeschleudert worden sein – ob das wirklich so passiert ist?
00:10:29: Merkt euch das für die nächste Folge!
00:10:31: Für den Moment reicht uns, die Pest ist spätestens, und du bist jetzt auf einem Schiff unterwegs Richtung Mittelmeer.
00:10:41: Irgendwann fühlst Du Dich nicht besonders gut, erst kommt das Fieber, Du frierst, dein Kopf tut weh, Du bist schwach!
00:10:48: Und als ihr im Oktober, schließlich Messina auf Sizilien erreicht, bist Du längs nicht mehr der einzige.
00:10:55: Was die Menschen dort sehen muss erschreckend gewesen sein... Ein Teil der Besatzungen der ankommenen Schiffe ist bereits tot, andere Seeleute sind schwer krank.
00:11:04: Die Gefahr wird erkannt – man versucht die Schiffe wieder loszuwerden aber es ist zu spät.
00:11:10: Die Pest ist in Messina Aber was passiert eigentlich gerade mit dir?
00:11:16: Denn inzwischen hast du nicht mehr nur Fieber.
00:11:19: In deiner Leistengegend hat sich eine Schwellung gebildet.
00:11:23: Sie ist heiß extrem schmerzhaft und wird immer größer.
00:11:27: einem deiner Mitmatrosen geht es anders, seine Haut zeigt dunkle Verfärbungen und wieder.
00:11:32: ein anderer hustet hat Schmerzen in der Brust und bekommt kaum noch Luft.
00:11:37: Ihr seid alle an derselben Krankheit erkrankt und trotzdem sieht sie bei euch unterschiedlich aus.
00:11:43: Warum?
00:11:44: Das kann euch im Jahr thirteenhundertsiebenundvierzig niemand erklären, denn niemand weiß dass es Bakterien überhaupt gibt!
00:11:51: Der Übeltäter ist winzig und er heißt Yresinia pestis.
00:11:56: Yersinia pestis ist evolutionär aus einem verwandten Bakterium namens Yersina pseudotupeculoses hervorgegangen.
00:12:04: Und jede Geschichte dieses kleinen Bakteriums beginnt sehr viel früher als unser Schwarzer Tod.
00:12:09: Genetische Spuren von Yersinha pestis finden wir bereits in menschlichen Überresten, die mehrere tausend Jahre alt sind und spätestens bei der sogenannten justinianischen Pesti im sechsten Jahrhundert beginnt.
00:12:21: können wir heute mithilfe Alter den Arzt ziemlich genau sagen ja Das war sehr Yersinia Pestis.
00:12:27: Aber für unsere Geschichte wird es im Jahr den Jahr und dreizehntunddreißig, dreizehnhundertneununddreißig besonders interessant.
00:12:34: Dafür müssen wir ziemlich weit weg von Messina nach Zentralasien in das Gebiet des heutigen Kyrgyzstan in die Nähe des Issykule Sees.
00:12:45: Dort wurden Friedhöfe ausgegraben, auf denen für die Jahre thirteenhundertdreißig und dreizehundertnundunddreißig auffällig viele Bestattungen nachgewiesen sind.
00:12:53: Auf einigen Grabsteinen steht sogar dass die Menschen an einer Pestilenz gestorben seien.
00:12:58: Und inzwischen können wir mehr als sechshundert Jahre später etwas tun was die Menschen damals natürlich nicht konnten.
00:13:03: Wir können nach dem Erreger suchen.
00:13:05: Forschende haben alte DNA aus den Überresten dieser Menschen untersucht... ...und da war er!
00:13:11: Yersinia pestis.
00:13:13: Noch spannender ist allerdings, wo dieser Stamm im Stammbaum des Bakteriums sitzt.
00:13:17: Sehr nah am Ausgangspunkt der großen genetischen Aufspaltung aus der sich die Pestlinien der zweiten Pandemie hervortun.
00:13:25: Deshalb gilt der weitere Tian Shan Raum Zentral Asiens heute als sehr wichtiger Kandidat für den Ursprung dieser Pandemie.
00:13:35: Von dort bewegt sich je pest weiter nach Westen und in Dresden hundertsechsundvierzig finden wir sie schließlich im Sparzmeerraum.
00:13:42: Und damit sind wir wieder bei dir, unserem armen Matrosen.
00:13:47: Denn während wir gerade mehrere Tausend Jahre Geschichte von Yasinia pestes abgearbeitet haben geht es dir übrigens nicht wirklich besser!
00:13:54: Die schmerzhafte Schwellung an deiner Leiste ist ein sogenannter Bubu eine stark angeschwollener Lymphknoten und damit hast du die wohl bekannteste Form der Pest – die Bollenpest.
00:14:05: Die Bakterien vermehren sich in deinen Lymphknoten Du hast hohes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und bist völlig erschöpft.
00:14:11: Ohne Behandlung kann sich die Infektion weiter in deinem Körper ausbreiten.
00:14:16: Deinem Kollegen mit den schwarzen Hautstellen geht es ebenfalls ziemlich schlecht, bei ihm befinden sich Bakterien an der Blutbahn.
00:14:22: er hat eine septichemische Pest also vereinfacht gesagt eine durch Yersinia pestes ausgelöste Psepsis.
00:14:30: Es kann zu Blutungen im Haut und Organen Schock- und absterbenden Gewebe bekommen.
00:14:34: Und dann ist da noch unser dritter Matrose.
00:14:37: Der bekommt inzwischen kaum noch Luft.
00:14:39: Bei ihm hat die Infektion die Lunge erreicht.
00:14:42: Lungenpest, Husten, Brustschmerzen, Atemnut – teilweise blutiger Auswurf.
00:14:48: Und diese Form hat noch eine besonders unangenehme Eigenschaft Sie kann über infektiöse Tröpfchen direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden.
00:14:56: Für euch drei sieht es also nicht besonders gut aus.
00:15:00: Vor allem habt ihr ein Problem.
00:15:01: Antibiotika gibt es erst in ungefähr sechshundert Jahren Unbehandelt stirbt ungefähr die Hälfte oder mehr der Menschen mit bollen.
00:15:08: Pest.
00:15:08: Unbehandelte Logenpest endet nahezu immer tödlich.
00:15:12: Aber wie bist ausgerechnet du überhaupt daran erkrankt?
00:15:15: Die klassische Erklärung wäre, ein infizierter Flo hat dich gebissen.
00:15:20: Yasinia pestes zirkuliert natürlicherweise in Nagatierpopulation und kann über deren Flöhe auf Menschen gelangen.
00:15:26: Vielleicht ist dein solcher Flo mit Nagatieren, Bahren oder Gepäck an Bord gelangt.
00:15:31: Vielleicht!
00:15:32: Denn wenn ihr jetzt denkt na klar Rattenflöhe fertig dann merkt euch auch das.
00:15:37: So einfach wird unsere Geschichte nämlich nicht.
00:15:39: Aber darüber sprechen wir in der nächsten Folge!
00:15:42: Für den Moment kennen wir zurück nach Messina, denn während wir uns mit unseren Matrosen beschäftigt haben ist dort etwas passiert das sich nicht mehr rückgängig machen lässt.
00:15:52: Yasinia Pestas isst an Land.
00:15:58: Nun stellt sich natürlich die Frage wie kann sich eine Krankheit in einer mittelalterlichen Welt eigentlich so schnell verbreiten?
00:16:05: nun ja Erinnern wir uns kurz daran, was wir vorhin über unsere mittelalterliche Welt gesagt haben.
00:16:11: Sie ist wesentlich mobiler als wir häufig denken.
00:16:19: In der Einleitung seines Dekamerone beschreibt er nicht nur die Symptome der Krankheit.
00:16:41: Er erzählt davon, wie Menschen auf die Pest reagieren, wie mit den Truten umgegangen wird und wie unterschiedlich Menschen versuchen, mit dieser Katastrophe zu leben.
00:16:50: Und er erzählt auch davon, dass Florence durchaus versucht etwas gegen die Krankheitsunternehmen.
00:16:55: Die Stadt wird gereinigt.
00:16:57: Kranke sollen gar nicht erst hineingelassen werden.
00:17:00: Es werden verschiedene Maßnahmen getroffen, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen – es hilft nicht!
00:17:06: Im Frühjahr, die Pest in Florenz.
00:17:09: Boccaccio und Senti Cameroone werden uns übrigens noch einmal begegnen.
00:17:13: In der dritten Folge schauen wir uns nämlich genauer an was die Pandemie kulturell hinterlassen hat.
00:17:19: Von Italien aus können wir die Peste weiter durch Europa verfolgen Über See- und Landwege Entlang von Handelsrouten und zwischen großen Handelzentren Marseille, Frankreich Die Iberische Halbinsel England Das heilige Römische Reich Skandinavien.
00:17:34: Ende der Dreizehntetachtundvierzig erreicht sie London und Treizehundertundvierzig wird die Stadt schwer getroffen.
00:17:41: Auch hier sterben so viele Menschen, dass zusätzliche Begräbnisplätze notwendig werden.
00:17:46: – und schließlich finden wir die Pest auch in Norwegen!
00:17:49: Dazu gibt es eine ziemlich berühmte Geschichte.
00:17:52: Eine mittelalterliche isländische Quelle erzielt von einem Schiff aus England als Treizehnundviertzig Bergen erreicht.
00:17:58: Die Mannschaft stirbt ein Teil der Ladung wird noch an Land gebracht und kurz darauf beginnen auch die Menschen im Bergen zu sterben.
00:18:04: Klingt nach der perfekten Geschichte darüber wie die Pest-Norwegen erreicht.
00:18:08: Nur ist es wahrscheinlich mal wieder komplizierter, denn es gibt Hinweise darauf dass die Peste möglicherweise bereits vorher ausloh erreicht hatte und vielleicht zeigt gerade das ganz gut wie wir uns die Ausbreitung des schwarzen Todes vorstellen müssen nicht wie eine gerade Linie die langsam über ein Landkarte wandert sondern eher wie ein Netz.
00:18:26: Häfen sind miteinander verbunden von dort führen Straßen ins Landesinnere Händler reisen, Schiffe transportieren waren Soldaten bewegen sich Pilger reisen Menschen besuchen ihre Familien und mit ihnen bewegt sich gepässt.
00:18:41: Natürlich nicht annähernd so schnell wie sich eine Krankheit heute mit Flugzeugen innerhalb weniger Stunden über Kontinente verteilen kann Aber für ein Welt des vierzehn Jahrhunderts breitet sie sich erschreckend schnell aus Und dabei trifft sie Europa keineswegs überall gleich.
00:18:56: Manche Städte und Regionen verlieren einen gewaltigen Teil ihrer Bevölkerung.
00:19:00: Andere kommen erstaunlich glimpflich davon, wie unterschiedlich das tatsächlich gewesen sein könnte zeigt eine ziemlich faszinierende moderne Forschungsmeditode.
00:19:10: Poln Ja, Poln Denn wenn in einer Region plötzlich sehr viele Menschen sterben fehlen Menschen die Felder bestellen Landwirtschaftliche Flächen werden aufgegeben andere Pflanzen bereiten sich aus Und Jahrhunderte später können wir diese Veränderung noch in Polnablagerungen erkennen.
00:19:27: Forscher haben solche Daten aus zahlreichen europäischen Regionen miteinander verglichen und dabei zeigt sich, in Teilen Skandinaviens, Frankreichs, Westdeutschlands, Griechenlands und Mittel Italiens bricht die landwirtschaftliche Nutzung deutlich ein.
00:19:42: In anderen Teilen Europas sind die Veränderungen wesentlich geringer!
00:19:46: Warum?
00:19:48: Nun ja... Wenn ich euch darauf jetzt eine schöne, einfache Antwort geben könnte, wäre Geschichte mal wieder wesentlich bequemer.
00:19:54: Wahrscheinlich spielen sehr viele Faktoren zusammen – wie dicht leben Menschen?
00:19:58: Wie gut ist eine Region an Handelswege angebunden?
00:20:01: Wie bewegen sich Menschen und Waren?
00:20:03: Wie sieht die Landschaft aus?
00:20:05: Welche klimatischen und ökologischen Bedingungen herrschen dort?
00:20:08: Und deshalb müssen wir bei all diesen Zahlen vorsichtig sein!
00:20:12: Es gibt nicht das Eine erleben des Schwarzen Todes….
00:20:16: Ein Menschen Florens erlebt diese Pandemie anders als jemand in einem kleinen Dorf.
00:20:20: Einen Händler erlebt sie anders als ein Bauer, einen Priester anders als sein Totengräber, ein Arzt anders als seinen Patient.
00:20:27: und manche Menschen werden während dieser Katastrophe noch aus einem ganz anderen Grund zu opfern.
00:20:33: aber eines haben sie alle gemeinsam ihre Welt verändert sich also hören wir auf von der Bevölkerung Europas zu sprechen.
00:20:43: schauen wir uns ein paar dieser Menschen an.
00:20:49: Was macht so eine Pandemie eigentlich mit Menschen?
00:20:52: Ich meine, wir haben das auf eine gewisse Art und Weise selbst erlebt.
00:20:56: Es ist noch gar nicht so lange her dass die Corona-Pandemie unseren Alltag bestimmt hat.
00:21:02: Wir wissen also zumindest ein bisschen wie es sich anfühlt wenn plötzlich eine Krankheit da ist Wenn sich Regeln verändern, wenn Menschen Angst haben Und wenn auf einmal Dinge die gestern noch völlig normal waren Nicht mehr funktionieren.
00:21:15: Aber das, was die Menschen im vierzehnten Jahrhundert erleben ist noch einmal etwas völlig anderes.
00:21:20: Stellt euch vor ihr seid wieder unser Bauer vom Anfang und plötzlich beginnen die Menschen in eurem Dorf zu sterben – einer nach dem anderen!
00:21:28: Sie bekommen hohes Fieber, manche entwickeln diese furchtbaren schmerzhaften Beulen andere bekommen dunkle Flecken auf der Haut, wieder andere husten und bekommen irgendwann kaum noch Luft.
00:21:39: Und ihr wisst nicht warum.
00:21:41: Ihr wisst nicht, was ein Bakterium ist.
00:21:43: Ihr wist nicht wie diese Krankheit übertragen wird.
00:21:45: Ihr wisst nicht ob ihr euch angesteckt habt und vor allem wisst ihr nicht wie ihr euch schützen könnt.
00:21:51: Dann erkrankt vielleicht eure Frau oder euer Mann Eines eurer Kinder dann das nächste der Knecht die Markt der Nachbar.
00:22:00: Natürlich versucht ihr diese Menschen zu pflegen Und genau diese Pflege bedeutet gleichzeitig dass sie ihnen sehr nahe kommt.
00:22:07: Vielleicht überlebt ihr?
00:22:08: Vielleicht auch nicht.
00:22:10: Und irgendwann stellt sich eine ziemlich banale Frage, die inmitten all dieses Grounds trotzdem beantwortet werden muss.
00:22:16: Was machen wir jetzt eigentlich mit All den Toten?
00:22:19: Und was machen wir mit denen, wie übrig bleiben?
00:22:22: Was passiert beispielsweise mit einem Kind, dessen Eltern gestorben sind?
00:22:25: Wenn es Verwandte gibt können sie das Kind aufnehmen.
00:22:29: Vielleicht findet sich auch ein anderer Haushalt einen Vormund oder eine kirchliche bzw.
00:22:33: karikative Einrichtung Aber es gibt kein Flächendeckendes mittelalterliches Jugendamt, das jetzt kommt und dafür sorgt dass jedes Kind irgendwo sicher untergebracht wird.
00:22:42: Und gleichzeitig müssen Erbschaften geregelt werden.
00:22:45: Es gibt Testamente, Erbrecht- und Vormundschaften.
00:22:48: Das alles verschwindet während der Pest.
00:22:50: nicht einfach aber diese Strukturen geraten unter einen gewaltigen Druck wenn innerhalb kürzester Zeit so viele Menschen sterben.
00:22:57: Und hinter all diesen Zahlen stehen einzelne Familien.
00:23:01: Einer dieser Menschen Die uns davon berichten, ist Anjolu Ditura aus Siena.
00:23:07: Er erlebt die Pest von Reiztenhundertvierzig und schreibt darüber.
00:23:11: Er berichtet von vielen Toten.
00:23:13: Davon das Gräber ausgehoben und mit großen Mengen an Deichen gefüllt werden.
00:23:18: Und dann schreibt er etwas bei dem aus all diesen Zahlen plötzlich wieder einzelne Menschen werden.
00:23:23: Anjulu Ditura begrupst seine fünf Kinder mit seinen eigenen Händen.
00:23:28: Fünf.
00:23:29: Und vielleicht kann man an diesem Mann einen besser begreifen, was es bedeutet wenn wir heute sagen dass in manchen Regionen innerhalb kürzester Zeit ein gewaltiger Teil der Bevölkerung gestorben ist.
00:23:40: Das ist keine Statistik das ist deine Familie.
00:23:48: und während unser Bauer versucht irgendwie weiter zu leben wechseln wie die Perspektive denn irgendwo steht gerade ein Arzt genau vor diesen Menschen.
00:23:56: stellt euch vorher ihr seid arzt im Jahr.
00:24:00: Euer Behandlungsraum ist voller Kranke.
00:24:02: Fieber, Schmerzen, Bubonen Menschen die kaum noch ansprechbar sind und ihr sollt ihnen helfen.
00:24:08: nur habt ihr ein kleines Problem Ihr wisst nicht was ihnen fehlt.
00:24:12: Natürlich habt ihr Erklärungen.
00:24:14: Wir haben vorhin schon über Humoralpatologie und Miasmen gesprochen.
00:24:19: Also versucht ihr das Gleichgewicht der Körpersefte wieder herzustellen.
00:24:23: Ihr arbeitet mit Arznein und Ernährung vielleicht mit Adalas Bobon werden mit verschiedenen Mitteln behandelt und ihr versucht die vermeintlich verdorbene Luft zu reinigen.
00:24:33: Ihr verbrennt wohl riechende Kräuter oder andere aromatische Stoffe, und ja Rosen – ich habe euch gesagt dass wir sie noch brauchen!
00:24:42: Aus heutiger Sicht könnten wir natürlich sagen das wird Yasinia Pestos relativ wenig beeindruckt haben aber aus dem damaligen medizinischen Weltbild heraus ergibt es Sinn wenn verdorbende Luft krank macht versucht man eben diese Luft zu reinigen.
00:24:57: Und falls ihr gerade einen Mann mit schwarzem Mantel und riesiger Schnabelmaske vor den Augen habt, nein.
00:25:02: Packt ihn wieder weg!
00:25:03: Der gehört nicht hierher.
00:25:04: Die berühmte Pestmaske, die heute praktisch zum Symbol der Pest geworden ist, stammt aus einer wesentlich späteren Zeit.
00:25:10: aber keine Sorge.
00:25:11: Die bekommt ihre eigene Geschichte in der nächsten Folge.
00:25:15: Einer der Ärzte, der die Pest tatsächlich erlebt, ist Gide Shulak.
00:25:20: Er arbeitet im Avignon und gehört zu dem bedeutenden Chirogen seiner Zeit Heiztreiztenhundertachtundvierzig.
00:25:27: die Pest, die statt trifft bleibt er dort und behandelt Kranke.
00:25:30: Und dann passiert das was bei einer Krankheit deren Übertragungswege niemand wirklich versteht nicht besonders überraschend ist Er erkrankt.
00:25:38: selbst Giedische Lack überlebt.
00:25:41: Später beschreibt ihr die Peste und ihre Symptome in seinem großen chirurgischen Werk.
00:25:46: Er berichtet aber auch davon dass Ärzte sterben oder aus Angst nicht mehr zu ihren Patienten gehen.
00:25:52: Und gleichzeitig gibt es noch andere Menschen, die versuchen zu verstehen was hier passiert.
00:25:56: Denn wir dürfen bei dieser Geschichte nicht so tun als würde das gesamte medizinische Wissen des vierzehn Jahrhunderts in Frankreich, Italien und England stattfinden.
00:26:04: Auf der Iberischen Halbinsel beschäftigen sich beizweise die andalusischen Gelehrten Iben Katima und Iben Al-Katib mit der Pest und insbesondere Iben al-Katif argumentiert bemerkenswert deutlich mit etwas, dass die Menschen beobachten können Ansteckung Menschen, die Kontakt mit Erkrankten haben, erkranken.
00:26:24: Menschen, der isoliert leben bleiben teilweise verschont.
00:26:27: auch Kleidung und Gegenstände scheinen eine Rolle zu spielen.
00:26:31: Er kennt natürlich Yasinia Pestis genauso wenig wie Gedöschelak aber er beobachtet und versucht aus diesen Beobachtungen zu verstehen was passiert.
00:26:45: Und jetzt wechseln wir noch einmal die Perspektive.
00:26:48: Ihr seid Pfarrer.
00:26:49: Seit Jahren kennt ihr die Menschen in eurer Gemeinde.
00:26:52: Ihr habt ihre Kinder getauft, ihr habt sie verheiratet.
00:26:54: Ihr kennt Ihre Familien und jetzt sterben Sie – jeden Tag mehr!
00:26:59: Und diese Menschen kommen zu Euch und stellen eine Frage auf die sie verzweifelt einer Antwort brauchen.
00:27:04: Warum?
00:27:05: Religion ist für die Menschen des vierzehn Jahrhunderts keine kleine private Ergänzung ihres Lebens.
00:27:11: Sie ist ein grundlegender Bestandteil davon wie sie die Welt verstehen.
00:27:15: Und damit kann eine Katastrophe wie diese auch religiös gedeutet werden.
00:27:18: Vielleicht ist die Pest eine Strafe Gottes Vielleicht hat die Menschheit gesündigt, also wird gebetet.
00:27:25: Es werden Prozessionen abgehalten, Menschen tun Buße und manche gehen noch wesentlich weiter.
00:27:30: Die sogenannten Flaggelanden ziehen durch Städte und Landschaften und geisteln sich öffentlich um für die Sünden der Menschen Buße zu tun und den Gotteszorn abzuwenden.
00:27:40: Nur haben die Geistlichen selbst das selbe Problem wie alle anderen sie sind nicht immun.
00:27:46: auch Priester sterben Und ausgerechnet Geistliche, die zu Kranken- und Sterbendengehen sind natürlich immer wieder einen möglichen Kontakt mit Infizierten ausgesetzt.
00:27:54: Regional führt die hohe Sterblichkeit zu einem Mangel an Geistlichen – und plötzlich muss selbst eine Institution mit ziemlich festen Regeln improvisieren!
00:28:02: Neue Geistlichke müssen gefunden und ausgebildet beziehungsweise geweiht wärmen, seitdem die Versorgung der Sterben dann gewährleistet werden soll.
00:28:10: Denn Menschen wollen weichten Sie wollen die Eukaristie Sie wollen die letzten religiösen Handlungen, die ihnen Sicherheit geben sollen bevor sie sterben.
00:28:19: und nicht immer ist ein Priester da.
00:28:24: Und wenn weder Ärzte noch Gebete die Peste aufhalten können entsteht irgendwann eine weitere Frage Wer ist Schuld?
00:28:32: Und hier kommen wir zu einem der dunkelsten Teile dieser Geschichte Denn die Antworten, die Menschen darauf finden lautet unter anderem Die Juden!
00:28:41: Und das ist wichtig!
00:28:42: Die Pest hat den Antijua-Dismus nicht erfunden.
00:28:45: Jüdische Menschen wurden im christlichen Europa bereits lange vor- treizendhundertachtundvierzig ausgegrenzt, diskriminiert und verfolgt.
00:28:52: Die Pest trifft also auch Vorurteide die längst vorhanden sind – sie wirkt wie ein Brandbeschleuniger!
00:28:58: Es verbreitet sich das Gerücht jüdischer Menschen hätten Brunnen vergiftet und dadurch die Pest ausgelöst.
00:29:03: Erinnert ihr euch an unsere Brunne vom Anfang?
00:29:05: Wasser ist lebensnotwendig.
00:29:07: Wenn jemand absichtlich die Wasserversorgung vergiftete dann bedroht er damit eine ganze Gemeinschaft.
00:29:13: Nur ist die Geschichte nicht wahr.
00:29:15: Unter Folter werden Geständnisse erzwungen.
00:29:17: Diese werden wiederum als Beweis für die Anschuldigung verwendet, Gerüchte verbreiten sich von einem Ort zum Nächsten.
00:29:24: Teilweise erreichen diese Gerüche Orte sogar bevor die Pest selbst dort angekommen ist und es kommt zu Progromen.
00:29:32: Eines der bekanntesten findet am vierzehnten Februar thirteenhundertneunundvierzig in Straßburg statt.
00:29:37: Hunderte jüdische Menschen werden ermordet viele von ihnen verbrannt andere werden vertrieben.
00:29:43: Und dabei geht es nicht ausschließlich um religiösen Hass oder um die verzweifelte Suche nach einem Schuldigen.
00:29:48: Es gibt auch wirtschaftliche und politische Interessen.
00:29:51: Jüdische Menschen waren aus vielen anderen Erwerbsbereichen ausgeschlossen worden, weshalb meint ihr von ihnen?
00:29:56: unter anderem im Kreditwesentätik-Bahn?
00:29:59: Gleichzeitig gab es natürlich auch christliche Kreditgeber!
00:30:03: Die Geschichte Christen durften kein Geld verleihen und deshalb machten die Juden.
00:30:06: das ist wesentlich zu einfach... Aber Schulden existieren.
00:30:10: Eigentum existiert Machtkämpfe existieren.
00:30:14: Und wenn der Mensch dem du Geld schuldest, ermordet oder vertrieben wird, können davon andere Menschen profitieren!
00:30:20: Die Pest liefert also teilweise einen Anlass bereits vorhandene Konflikte gewaltsam auszutragen.
00:30:26: Interessanterweise versucht ausgerechnet Papst Clemens VI gegen diese Verfolgungen vorzugehen und seine Argumentation ist eigentlich ziemlich eindeuchend.
00:30:35: Juden sterben ebenfalls an der Pest Und die Pest tritt auch an Orten auf, an denen überhaupt keine jüdischen Menschen leben.
00:30:43: Sie können also kaum die Ursache dafür sein.
00:30:46: Es hilft nur nicht überall Denn manchmal verbreitet sich eine Erklärung eben schneller als die Wahrheit und manchmal sogar schneller als Die Krankheit selbst.
00:30:58: Am Anfang funktioniert vielleicht noch vieles, so wie es auch vorher funktioniert hat.
00:31:15: Ein Mensch stirbt das gibt die üblichen religiösen Rettuale er wird auf dem Kirchhof bestattet und dann sterben immer mehr.
00:31:23: Und irgendwann habt ihr ein ziemlich banales Problem Ihr habt keinen Platz mehr.
00:31:27: Bestehende Friedhöfe reichen nicht mehr aus, neue Begräbungsplätze werden angelegt.
00:31:31: An manchen Orten werden große Gruben für zahlreiche Tote genutzt.
00:31:35: Gleichzeitig geraten die üblichen Bestattungsrituale unter Druck bei schlicht so viele Menschen innerhalb zu kurzer Zeit sterben.
00:31:42: und genau an einem Ort der mit dieser Geschichte verbunden ist stand ich dieses Jahr selbst in Roan.
00:31:47: dort gibt es das Adressant Maclu.
00:31:50: Der bestehende Friedhof der dicht besiedelten Gemeinde Saint-Marclou reichte angesichts der hohen Sterblichkeit nicht mehr aus und im Zusammenhang mit dem schwarzen Tod wurden im vierzehn Jahrhundert ein neuer Friedhof geschaffen.
00:32:03: Und ausgerechnet dort habe ich eine Führung bekommen von einem toten Gräber und einem Kater.
00:32:08: Nein, der Totengräber war nicht echt!
00:32:10: Und der Kater war erstaunlich gesprächig... Das Ganze war ein Audio-Guide.
00:32:15: Aber dieser Ort ist trotzdem ziemlich eindrücklich, weil man dort sieht wie lange die Pestteil des Lebens und des Todes blieb.
00:32:21: Die berühmten Galerien, die ich heute im Adressant Marclou zu sehen sind, stammen nämlich nicht von MPH-Jahre.
00:32:29: Sie wurden erst ab dem sechzehn Jahrhundert errichtet nach den weiteren Pestwellen immer wieder für neue Tote gesorgt hatten.
00:32:36: Dort wurden später Gebäne aufbewahrt damit unten wieder Platz für neue Bestattungen geschaffen werden konnte.
00:32:42: Und überall begegnet einem der Tod.
00:32:45: Knochen, Särge, Totengräberwerkzeuge und die Dance-Marcabre – Der Totentanz!
00:32:52: Aber auch den parken wir erst einmal, denn wir haben noch eine dritte Folge... Aber für einen Moment schauen wir uns jetzt nicht mehr die Menschen an, die gestorben sind.
00:33:19: Sondern diejenigen, die übrig geblieben sind.
00:33:23: Denn was passiert mit einer Gesellschaft wenn innerhalb weniger Jahre ein gewaltiger Teil der Menschen verschwunden ist?
00:33:28: Man könnte jetzt von den Gewinnern und Verlierern der Pest sprechen aber Gewinner ist ein ziemlich beschissenswort für jemanden der vielleicht gerade seine Elterngeschwisterfreunde oder Kinder begraben hat.
00:33:39: Trotzdem gibt es Überlebende deren wirtschaftliche Position sich verändert.
00:33:43: Nehmen wir einfache Arbeiter.
00:33:46: Vor der Pest gibt es viele Menschen, die arbeiten können Nach der Peste gibt es deutlich weniger Aber das Feld muss immer noch bestellt werden.
00:33:53: Das Getreide muss geerntet werden Handwerker werden gebraucht Und plötzlich ist deine Arbeitskraft wertvoller.
00:34:00: Also kommt der Grundherrn sagt Ich brauche jemanden für meine Ernte und ihr sagt Klar!
00:34:04: Kostet jetzt aber mehr.
00:34:06: Und der Grund.
00:34:06: herr sagt Das ist ja wohl eine Frechheit Und zumindest in England sagt Die Obrigkeit finden wir auch Und das zeigt eigentlich ziemlich schön dieses Spannungsfeld.
00:34:31: Die Pest kann bestehende gesellschaftliche Verhältnisse erschüttern, aber diejenigen, die von diesen Verhältnissen profitieren sagen nicht Ach schade, dann schaffen wir die alte Ordnung eben ab.
00:34:42: Sie versuchen sie zu
00:34:44: erhalten.".
00:34:45: Das gilt auch für Frauen!
00:34:46: Wenn dein Mann, deinen Vater oder deinen Bruder gestorben ist und gleichzeitig überall Arbeitskräfte fehlen können sich plötzlich wirtschaftliche Möglichkeiten ergeben, die vorher wesentlich schwerer zugänglich waren.
00:34:57: Frauen können Arbeit übernehmen, Geschäfte weiterführen, Besitzerben oder in Bereichen Arbeiten in den Arbeitskräften fehlen.
00:35:05: Aber daraus jetzt eine schöne Geschichte darüber zu machen, wie der schwarze Tod die mittelalterliche Frau emanzipiert hat wäre schlicht falsch.
00:35:12: Die rechtlichen und gesellschaftlichen Beschränkungen verschwinden nicht – auch hier gibt es Versuche, die bestehende geschlechter Ordnung wiederzustabilisieren.
00:35:20: Möglichkeit und Einschränkung existieren gleichzeitig.
00:35:24: Ähnlich sieht das bei Bauern und unfreien Menschen aus!
00:35:27: Die Pest beendet nicht einfach den Föderismus.
00:35:30: Arbeitskräfte sind knapper, Land kann verfügbar werden….
00:35:33: Bauern können teilweise bessere Bedingungen verlangt, ihren Wornenort wechseln oder günstigere Pachtbedingungen aushandeln.
00:35:40: Gleichzeitig reagieren Grundherren und Obrigkeiten – teilweise mit stärkerem Zwang – und neuen Regulierungen.
00:35:46: Denn auch die andere Seite hat ein Problem.
00:35:48: Stellt euch vorher ihr seid Grund her!
00:35:50: Ihr besitzt unglaublich viel Land.
00:35:52: Herzlichen Glückwunsch!
00:35:54: Nur ist Land ziemlich nutzlos wenn niemand mehr da ist der es bewirtschaftet Und damit verändert der schwarze Tod langfristig tatsächlich wirtschaftliche und gesellschaftliche Verhältnisse.
00:36:04: Nicht überall gleich, nicht über Nacht – und ganz sicher nicht in einer schönen gerade Linie vom finsteren Mittelalter in eine bessere Welt!
00:36:14: Aber nach dieser Katastrophe ist Europa eben nicht mehr dasselbe.
00:36:22: Wenn wir jetzt noch einmal zurückblicken, dann haben wir sehr viele Zahlen genannt.
00:36:26: Jahreszahlen, Sterberaten, Entfernungen... Aber für die Menschen des vierzehnten Jahrhunderts war der Schwarze Tod keine Statistik.
00:36:33: Auf einem Schiff liegt ein Mantrose mit einer schmerzhaften Beule in der Leiste und versteht nicht, was mit seinem Körper passiert.
00:36:40: In Florence sitzt Giovanni Boccaccio und beobachtet wie sich das Leben seiner Stadt verändert.
00:36:45: In Siena begrebt Agnolo di Tura seine fünf Kinder.
00:36:49: Im Avignon steht Gide Sholak vor Kranken, denen er helfen möchte – und erkrankt schließlich selbst!
00:36:57: Irgendwo steht ein Priester vor einem Sterbenden und versucht ihm zu erklären, warum das alles passiert.
00:37:03: In Straßburg wird eine jüdische Familie plötzlich für eine Krankheit vererwandt lautlich gemacht die sie genauso bedroht wie alle anderen.
00:37:10: in Ron steht einen Totengräber vor einem Friedhof und stellt fest hier ist kein Platz mehr.
00:37:16: Und irgendwann steht ein Überlebender vor einem Stück Land dass immer noch bestellt werden muss nur sind plötzlich kaum noch Menschen da dies tun können.
00:37:24: Das ist der schwarze Tod Nicht nur ein Bakterium.
00:37:28: Nicht nur eine Zahl von Toten, sondern Millionen einzelner Menschen die krank werden sterben jemandem verlieren versuchen zu helfen nach Erklärungen suchen andere dafür verantwortlich machen oder irgendwie versuchen danach weiterzuleben.
00:37:43: und vielleicht ist genau das die Frage die nach dieser ersten großen Pestwelle übrig bleibt wie lebt man weiter wenn die Welt die man kannte einfach nicht mehr existiert?
00:37:56: Und ich glaube, das ist tatsächlich ein Punkt den wir uns heute kaum noch vorstellen können.
00:38:02: Wenn von einem Tag auf den anderen die Welt wie du sie kanntest einfach nicht mehr existiert?
00:38:08: und ehrlich gesagt möchte ich mir das auch gar nicht vorstellen können Denn wenn man sich Geschichte anschaut begegnet man immer wieder Katastrophen in denen unglaublich viele Menschen sterben und überlebenden danach ihr gesamtes Leben neu ausrichten müssen.
00:38:20: Ich glaube dabei verliern wir sehr schnell das Individuum aus den Augen.
00:38:24: Wir sagen beispielsweise, der Schwarze Tod tötete ein Drittel der europäischen Bevölkerung.
00:38:29: Wobei selbst diese Zahl nur eine Groboorientierung ist.
00:38:32: Je nachdem welche Schätzungen und welche Regionen wir betrachten kann die Sterblichkeit deutlich niedriger auch wesentlich höher gelegen haben.
00:38:39: aber egal welche Zahl wir nehmen sie bleibt erst mal abstrakt.
00:38:43: Ein Drittel Bäm!
00:38:44: Eine Zahl.
00:38:46: Und was bedeutet das eigentlich?
00:38:47: Was bedeutet es für ein Dorf, wenn plötzlich eine erhebliche Teil seiner Bewohner nicht mehr da ist?
00:38:52: Was bedeutet das für Landstriche in den Höfe aufgegeben werden und Felder nicht mehr bewirtschaftet werden können.
00:38:58: Und vor allem was bedeutet es Für den einzelnen Menschen Wenn deine Eltern sterben Deine Kinder Deine Partner Deine Patnerin Deine Freunde Deine Nachbarn Menschen die gestern noch ganz selbstverständlich Teil deines Lebens waren und heute einfach nicht mehr dar sind?
00:39:15: Wir können versuchen, das anhand von Kroniken, Testamenten, Massengrebern wirtschaftlichen Veränderungen und allen anderen Quellen zu rekonstruieren.
00:39:22: Aber wie es sich tatsächlich angefühlt hat in dieser Welt zu leben?
00:39:25: Ich glaube, dass können wir nicht wirklich nachempfinden!
00:39:28: Und ich bin ganz ehrlich...ich möchte es auch nicht können.
00:39:32: Und damit sind wir am Ende des ersten Teils unserer kleinen Reihe über den schwarzen Tod angekommen.
00:39:37: Aber natürlich sind wir mit der Pest noch lange nicht fertig denn wir haben noch zwei Folgen vor uns Und nächste Woche kümmern wir uns um all die Dinge, die ihr wahrscheinlich schon die ganze Zeit vermisst habt.
00:39:47: Wo zur Hölle sind die Ratten?
00:39:48: Was haben Ratten und Flöhe wirklich mit der Ausbreitung des Schwarzen Todes zu tun?
00:39:53: Wo kommen diese berühmten Ärzte mit ihren Schnabelmasken her... ...und warum liefen die Dreizendhundertachtundvierzig noch gar nicht durch die Straßen?
00:40:00: Was ist eigentlich in Kaffa passiert?
00:40:02: Wurden dort wirklich Pestdeichen über die Stadtmauern
00:40:04: katapultiert?!
00:40:05: Und welche anderen Geschichten über den Schwarzen Tot erzählen wir uns bis heute, obwohl sie vielleicht gar nicht stimmen!
00:40:11: Also Ratten, Schnabelmasken und andere Mythen.
00:40:14: Darum geht es in der nächsten Folge.
00:40:15: Und darauf freue ich mich tatsächlich schon sehr!
00:40:18: Wenn euch diese Folge gefallen hat, freue ich mir natürlich wie immer wenn ihr just another Geschichtspotcast abonniert dem Podcast folgt und mehr auf der Plattform eurer Wahl eine Bewertung da lasst Bleibt eigentlich nur noch eine wichtige Frage Was zu Hölle trinkt man zur einer Folge über die Pest?
00:40:35: Nun ja Wenn ihr bis hierhin zugehört habt, dann wisst ihr ja inzwischen dass wir gegen die Pest offensichtlich Rosen brauchen.
00:40:42: Zumindest wenn man den medizinischen Vorstellungen des Mittelalters folgt und deshalb gibt es heute einen Rose Lemon Fizz.
00:40:49: Rosen- und Rosenwasser wurden im Mittelalter nicht nur verwendet weil sie gut riechen Sie spielten auch in der Medizin eine Rolle Und vor dem Hintergrund der miasmen Lehrer ergibt das sogar Sinn.
00:40:58: Wenn verdorbenen und schlecht riechende Luft krank machen kann, dann versucht man eben ihr mit angenehmen und vermeintlich reinigenden Düften etwas entgegenzusetzen.
00:41:07: Jesinia pestes Düfte darf von relativ unbeeindruckt gewesen sein aber immerhin riecht es gut!
00:41:12: Für ein Rose Lemon Fizz braucht ihr Zitronensaft, ein wenig Rosenwasser, etwas Zuckersirup oder Honig- und Mineralwasser.
00:41:18: Und wer möchte?
00:41:19: Kann das Ganze noch mit Gin ergänzen.
00:41:21: Den Rose-Lemon-Fizz hat man natürlich dreizehundertachtundvierzig nicht getrunken, aber immerhin hätte eine mittelalterliche Art vermutlich gegen eine seiner Zutaten nichts einzuwenden gehabt.
00:41:32: Und damit bleibt mir wie immer nur noch zu sagen – wenn euch diese Folge gefallen hat dann folgt Justanava Geschichtspostcast gerne überall dort wo ihr Podcast hört!
00:41:40: Ihr findet mich außerdem auf Instagram unter just.anava.geschichtspotcast.
00:41:45: Wenn ihr Fragen, Anmerkungen oder Themenvorschläge habt schreibt mir gerne auf Instagram.
00:41:49: Oder per Mail an justanothergeschichtspodcast at gmail.com.
00:41:54: Die Quellen zu dieser Folge findet ihr immer in den Show notes und dann hören wir uns nächste Woche wieder wenn wir endlich herausfinden was es eigentlich mit Rattenflöhn-Schnabelmasten und all den anderen Geschichten auf sich hat die wir heute mit dem Schwarzen Tod verbinden.
00:42:07: ich freue mich auch eine weitere Reise in den Strudel der Geschichte mit euch bis dahin machts gut.
00:42:15: Quellen dieser Folgen, Klaus Bergdolt die Pestgeschichte des Schwarzen Todes.
00:42:20: Klaus Bergt Dolt der Schwarze Tod in Europa hat die große Peste und das Ende des Mittelalters Ergänzend wurde unter anderem aktuelle wissenschaftliche Publikationen und Online-Angebote zu Yersinia Pestes, den Issyk Cool Funden mit alterlicher Medizin Zeitgenössischen Pestberichten der Ausbreitung des schwarzen Todes sowie seinen sozialen und wirtschaftlichen Folgen verwendet.
00:42:41: Eine vollständige Linkliste findet ihr in den Show Notes.
00:42:44: Sounds & Musik stammen wenn nicht anders angegeben von Pixar Bay.
00:42:48: Vielen Dank fürs Zuhören!
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